Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 60 - 29.09.2016
Der baden-württembergische Arbeitsmarkt im September

Weit mehr Arbeitssuchende als offene Stellen

Der DGB-Landesvorsitzende Nikolaus Landgraf warnt vor einer Beschönigung der Situation auf dem baden-württembergischen Arbeitsmarkt. „Zwar weist die Arbeitsagentur auch für den September wieder eine vergleichsweise niedrige Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent aus. Doch 410.318 Arbeitssuchenden stehen lediglich 97.252 offene Stellen gegenüber“, sagte Landgraf.

„Wegen der guten konjunkturellen Entwicklung haben mehr Menschen eine Beschäftigung, aber der Anstieg kommt vor allem durch eine Ausweitung prekärer Arbeitsverhältnisse zustande", analysierte der DGB-Landesvorsitzende und ergänzte: „Die Zahl der Leiharbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer hat sich seit dem Jahr 2003 von 36.244 auf zuletzt 113.381 fast verdreifacht. Die Zahl der Minijobs ist im selben Zeitraum von 844.724 auf 1,2 Millionen gestiegen. Fast jedes zweite Beschäftigungsverhältnis in Baden-Württemberg ist inzwischen ein Minijob, eine Teilzeitarbeit oder eine Leiharbeit. Vermittlungen in die Leiharbeit sind in der Regel nicht nachhaltig."

Die Einmündung der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt nannte Landgraf „bisher noch sehr enttäuschend". Er forderte die Arbeitsverwaltung auf, mehr für Qualifizierung und Vermittlung zu tun. „Auch die Arbeitgeber, die vor einem Jahr lautstark mehr Zuwanderung zur Lösung der angeblichen Fachkräftemängel gefordert hatten, müssen ihren Worten nun Taten folgen lassen und mehr Geflüchtete einstellen und qualifizieren. Dies darf allerdings nicht dazu führen, dass Standards auf dem Arbeitsmarkt unterlaufen werden und es zu einem Verdrängungswettbewerb - vor allem um weniger qualifizierte Tätigkeiten - kommt“, sagte der DGB-Landesvorsitzende.


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