Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 43 - 30.08.2018
Der Ausbildungsmarkt im August

Betriebe müssen mehr und besser ausbilden

Gewerkschaften unterstützen Azubis von Anfang an

Die Statistik, die die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit heute zum Ausbildungsmarkt veröffentlicht hat, lässt auf den ersten Blick auf eine komfortable Situation für ausbildungsinteressierte Jugendliche schließen. Doch nach wie vor haben bei Weitem nicht alle interessierten Jugendlichen die Chance, einen Ausbildungsberuf zu erlernen. 

„Die Probleme auf dem Ausbildungsmarkt sind noch lange nicht gelöst“, sagte Gabriele Frenzer-Wolf, die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende. Ein Grund sei, dass die Betriebe weiterhin nach dem Prinzip der Bestenauslese vorgingen und leistungsschwächere Bewerberinnen und Bewerber oft außen vor blieben.

Zudem seien viele junge Menschen unversorgt, weil immer weniger Arbeitgeber ausbildeten. Im Land treffe das nur noch auf jeden fünften Betrieb zu. Die hohe Zahl an offenen Ausbildungsplätzen hätten sich die Betriebe auch selbst zuzuschreiben: „Dort, wo Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, liegt das häufig an schlechten Ausbildungsbedingungen, wie häufigen Überstunden, ausbildungsfremden Tätigkeiten oder einer geringen Vergütungen“, sagte Frenzer-Wolf. Dies belegten die jährlich von der DGB-Jugend erstellten Ausbildungsreports. Landesweit brechen im Schnitt mehr als 22 Prozent der Auszubildenden ihre Ausbildung ab. Frenzer-Wolf weiter: „Wer immer weniger ausbildet oder schlechte Bedingungen bietet, darf sich am Ende nicht über einen Mangel an Nachwuchskräften beschweren.“ 

Die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende erneuerte den Vorschlag des DGB, ein landesweites Ausbildungsmonitoring einzurichten: „Wir begrüßen die Überlegungen der Industrie- und Handelskammern, ein  Monitoringsystem für Geflüchtete in Ausbildung einzuführen. So könnte den Jugendlichen durch Beratung und individuelle Förderung geholfen werden, ihre Ausbildung erfolgreich abzuschließen. Perspektivisch sollte es zum flächendeckenden Angebot für alle Auszubildenden weiterentwickelt werden. Um Ausbildungsabbrüche zu vermeiden und die Ausbildungsqualität zu verbessern, sollte als erster Schritt ein unabhängiges, niedrigschwelliges Beschwerdemanagement eingerichtet werden. Dabei sind die Sozialpartner, die Berufsschulen und weitere Akteure einzubeziehen. Der DGB hat hierzu ein Konzept vorgelegt, in dem die Vereinbarung der Allianz für Aus- und Weiterbildung über ein niedrigschwelliges Beschwerdesystem fortentwickelt wird.“

Spätestens mit Ausbildungsbeginn sollten sich Azubis über ihre Rechte und Pflichten informieren. DGB-Bezirksjugendsekretär Andre Fricke: „Die wichtigsten Ansprechpartner für die Auszubildenden sind die Jugend- und Auszubildendenvertretungen - kurz JAV – sowie die Betriebs- oder Personalräte. Sie kennen sich mit den gesetzlichen, tariflichen und betrieblichen Regelungen aus und können den Auszubildenden zur Seite stehen.“

Erste Hilfe bei allen Fragen rund um die Ausbildung gibt es auch unter www.dr-azubi.de, dem kostenlosen Beratungsportal der DGB-Jugend. Dies könne jedoch nur die ersten Anlaufstelle sein. Besser sei es, gleich zu Beginn der Ausbildung Mitglied bei der zuständigen DGB-Gewerkschaft zu werden, argumentiert Fricke: „Als Gewerkschaftsmitglied hat man Zugang zu rechtlicher Beratung, zu Rechtschutz im Arbeitsrecht, zu Bildungsangeboten und ist Teil einer solidarischen Gemeinschaft. Das ist ein Gewinn für jede und jeden Azubi.“ 


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