Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 49 - 14.09.2017

DGB fordert Sofortprogramm für sozialen Wohnungsbau

Mieterinnen und Mieter in baden-württembergischen Großstädten haben immer weniger Spielräume zum Leben


In deutschen Großstädten leiden viele Menschen unter einer kaum noch tragbaren Belastung durch hohe Mieten. Das zeigt eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Untersuchung. Rund vier von zehn Haushalten in Deutschlands Großstädten müssen demnach mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens allein für ihre Miete (Grundmiete plus Nebenkosten, ohne Heiz- und Warmwasserkosten) ausgeben.

Von den insgesamt 77 untersuchten Großstädten liegen neun in Baden-Württemberg. Mit Ausnahme von Heidelberg liegt die Mietbelastungsquote aller Haushalte durchweg über 30 Prozent, in vier Städten sogar über 40 Prozent:

  • Stuttgart:    38,2 Prozent
  • Karlsruhe:   38,5 Prozent
  • Mannheim:  43,4 Prozent
  • Freiburg:     41,5 Prozent
  • Ulm:            30,6 Prozent
  • Heilbronn:   39,0 Prozent
  • Pforzheim:  41,3 Prozent
  • Reutlingen: 43,4 Prozent
  • Heidelberg: 27,2 Prozent

Bei Sozialwissenschaftlern wie bei Immobilienexperten gilt eine Mietbelastungsquote oberhalb von 30 Prozent des Haushaltseinkommens als problematisch. Den Mieterinnen und Mietern bleibt dann nur relativ wenig Geld zur sonstigen Lebensführung. Dies ist insbesondere bei Menschen mit kleineren Einkommen prekär.

Martin Kunzmann, DGB-Landesvorsitzender: „Die Untersuchung zeigt zwei Dinge ganz klar: Es ist falsch, den Wohnungsmarkt allein den Investoren zu überlassen. Wir brauchen eine aktive Wohnungspolitik mit den notwendigen Fördermitteln, die auch dort ankommen müssen, wo sie gebraucht werden. Der DGB schätzt den zusätzlichen Wohnungsbedarf im Land auf rund 70.000 Wohnungen pro Jahr. Nötig sind etwa 500 Millionen Euro an Fördermitteln, die das Land oder der Bund investieren müssen. Zudem brauchen wir mehr Ordnung auf dem Arbeitsmarkt. 38 Prozent der Beschäftigten im Land haben mittlerweile ein atypisches Arbeitsverhältnis. Sie arbeiten in Teilzeit, Leiharbeit oder Minijobs. Von ihren Einkommen können sie keine hohen Mieten bezahlen.“

Die Studie finden Sie hier: https://www.boeckler.de.

Das Sofortprogramm des DGB für bezahlbaren Wohnungsbau: http://www.dgb.de/-/n0V.

 

 


Nach oben

Kontakt Pressestelle

E-Mail-Kontakt:
info-bw@dgb.de

Pressesprecherin:
Andrea Gregor
fon   0711-2028-213
mob 0175-2924287
fax   0711-2028-250
andrea.gregor@dgb.de

Andrea Gregor

Andrea Gregor


Sekretariat:
Benita Kaupe
fon  0711-2028-215
fax  0711-2028-250
benita.kaupe@dgb.de


Postanschrift:

DGB-Bezirk Baden-Württemberg
Pressestelle
Willi-Bleicher-Str. 20
70174 Stuttgart