Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 05 - 28.01.2017

Martin Kunzmann mit 100 Prozent zum Landesvorsitzenden gewählt

Außerordentliche Bezirkskonferenz verabschiedet Nikolaus Landgraf

Der DGB Baden-Württemberg hat einen neuen Vorsitzenden. Bei der 6. außerordentlichen Bezirkskonferenz in Stuttgart haben die 91 anwesenden Delegierten Martin Kunzmann, den Ersten Bevollmächtigten der IG Metall Pforzheim, mit 100 Prozent der Stimmen zum Nachfolger von Nikolaus Landgraf gewählt. Der 60-jährige gelernte Mechaniker Kunzmann war der einzige Kandidat. Er erhielt 90 Ja-Stimmen. Es gab eine Enthaltung, die laut Satzung aber nicht als abgegebene Stimme gezählt wird.

Der gebürtige Pforzheimer betonte gegenüber den Delegierten der acht DGB-Mitgliedsgewerkschaften, er sei bereit, den DGB Baden-Württemberg die kommenden fünf Jahre zu führen. Die nächste ordentliche Bezirkskonferenz findet im Januar 2018 statt. Dort werden der Vorsitzende und seine Stellvertreterin dann für vier Jahre neu gewählt. Die vorgezogene Neuwahl heute war nötig, weil der seit 2010 amtierende Landesvorsitzende Landgraf (50) sein Amt ein Jahr vor dem Ende der laufenden Wahlperiode niedergelegt hatte. Er wird eine neue berufliche Aufgabe im Organisationsbereich der Gewerkschaften in Brüssel übernehmen. Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann dankte Landgraf dafür, dass er sich unermüdlich für die Stärkung der sozialen Sicherungssysteme, insbesondere der Rente, eingesetzt habe. Auch habe er sich stark gegen Rechtspopulismus und Fremdenfeindlichkeit engagiert.

„Ich freue mich sehr über das überwältigende Vertrauen, das mir die Delegierten entgegenbringen“, sagte Kunzmann vor rund 160 Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmern im Willi-Bleicher-Haus. Er machte in seiner Rede deutlich, dass die Gewerkschaften und der DGB nur gemeinsam erfolgreich sein könnten. „Wir müssen uns an den Wünschen und Bedürfnissen der Beschäftigten orientieren. Wir müssen Mitmachgewerkschaft sein.“

Die Stärkung der gesetzlichen Rente, eine jeweils hälftige Kostenverteilung bei der Krankenversicherung und eine gerechte Steuerpolitik gehören zu den Kernanliegen des neuen DGB-Landesvorsitzenden. Kunzmann weiter: „Wir brauchen eine humane Arbeitswelt. Unser Ziel ist, dass die Menschen ein gutes Arbeitsumfeld vorfinden. Dafür stehen wir und dafür kämpfen wir.“ Faire Ausbildungschancen für Jugendliche, Tarifverträge, Mitbestimmung und gute Weiterbildungsmöglichkeiten seien der Schlüssel, den Wandel in der Arbeitswelt im Interesse der Beschäftigten zu gestalten.

Gewerkschaftsarbeit sei immer auch politische Arbeit, zeigte sich Kunzmann überzeugt. Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter stärkten mit ihrer Arbeit die Demokratie. Angesichts der immer schriller werdenden nationalistischen Töne aus der rechten Ecke und des gescheiterten NPD-Verbotes sei es wichtig, für die Demokratie einzutreten und die demokratischen Parteien zu stärken.

Martin Gross, der Landesbezirksleiter von ver.di, sagte über den neuen Landesvorsitzenden: „Eindeutige Positionen, glaubwürdig und durch und durch integer - Martin Kunzmann steht für Orientierung in Zeiten des Umbruchs und klare Kante gegen die Feinde der Demokratie.“ Doro Moritz, die Landesvorsitzende der GEW, ergänzte: „Ich freue mich, dass mit Martin Kunzmann ein Kollege den DGB-Bezirksvorsitz übernimmt, für den Bildungsgerechtigkeit nicht nur ein Schlagwort ist. In unserer gemeinsamen Heimatregion habe ich über viele Jahre erlebt, wie engagiert und sachkundig er sich insbesondere für sozial Benachteiligte einsetzt."

Landtagspräsidentin Muhterem Aras, die neben einer Reihe von prominenten Gästen die Konferenz besuchte, betonte in ihrem Grußwort die Notwendigkeit, sich für eine lebendige Demokratie und Werte wie Solidarität, Respekt und Toleranz einzusetzen. „Solche Menschen braucht das Land mehr denn je“, sagte Aras. Sie sei froh, dass dies an vielen Stellen geschehe. Die Landtagspräsidentin mahnte aber: „Wir müssen uns stärker als bisher am Gemeinwohl und am sozialen Ausgleich orientieren.“

Weitere Informationen zur Konferenz und die Bewerbungsrede von Martin Kunzmann finden Sie unter:

http://bw.dgb.de/-/Q57


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