Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 46 - 31.08.2017

Betriebe sollten verstärkt Haupt- oder Realschüler berücksichtigen

DGB-Jugend hilft Azubis, ihre Rechte durchzusetzen

Zu Beginn des Ausbildungsjahres suchen landesweit immer noch 12.500 Bewerberinnen und Bewerber einen Ausbildungsplatz, wie die Bundesagentur für Arbeit heute mitteilte. Vor allem Jugendliche mit Haupt- oder Realschulabschluss sind unversorgt.

Andre Fricke, Bezirksjugendsekretär des DGB Baden-Württemberg: „Die Ausbildungsbetriebe sollten auch Jugendlichen ohne Abitur eine Chance geben. Es ist auch in ihrem Interesse, das Potenzial von vielleicht eher praktisch veranlagten Schulabgängerinnen und -abgängern zu nutzen – anstatt einen Ausbildungsplatz womöglich unbesetzt zu lassen. Außerdem werden sie ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung gerecht, wenn sie keine strenge Bestenauslese betreiben.“

Der heute in Berlin vorgestellte Ausbildungsreport 2017 der DGB-Jugend zeigt, dass bundesweit rund 72 Prozent der Auszubildenden mit ihrer beruflichen Situation zufrieden sind. Gleichwohl bestehen noch zahlreiche Mängel. So müssen gut 36 Prozent der Azubis regelmäßig Überstunden machen. 11,6 Prozent der unter 18-Jährigen müssen in der Woche mehr als 40 Stunden arbeiten. Das ist gesetzlich verboten. Mehr als 35 Prozent der Befragten haben keinen betrieblichen Ausbildungsplan, obwohl dieser gesetzlich vorgeschrieben ist.

Der DGB und die Gewerkschaften unterstützen die Jugendlichen darin, ihre Rechte in der Ausbildung durchzusetzen. Deshalb weist die DGB-Jugend zum Ausbildungsstart am 1. September auf ihre zahlreichen Angebote hin. Dazu zählen neben Informationsveranstaltungen an Schulen insbesondere Beratungsangebote.

„Mit unserer Berufsschultour werden wir auch im kommenden Herbst und Frühjahr wieder landesweit an Berufsschulen unterwegs sein, um Berufsschülerinnen und -schüler über ihre Rechte in der Ausbildung zu informieren“, kündigt Fricke an.

Darüber hinaus bietet der DGB mit dem Onlineportal Dr. Azubi eine anonyme und kostenlose Rechtsberatung an: http://jugend.dgb.de/ausbildung/beratung/dr-azubi. Dort können Azubis ihre Fragen und Probleme schildern, die Antworten werden veröffentlicht. Fricke: „Dass die Beratungsseite so stark nachgefragt wird, zeigt deutlich: Viele Auszubildende fühlen sich mit den Problemen in den Betrieben alleine gelassen. Mit unseren Angeboten zeigen wir als Gewerkschaftsjugend, dass wir die politische Interessensvertretung für junge Menschen in der Ausbildung sind und die Azubis aktiv unterstützen.“

Mit Blick auf die Bundestagswahl fordert die Gewerkschaftsjugend eine Ausbildungsgarantie und die solidarische Umlagefinanzierung der Ausbildung durch alle Betriebe. „Wir streiten für das Recht auf freie Berufswahl“, sagt Fricke. Deshalb fordert die Gewerkschaftsjugend, dass alle im Zusammenhang mit der Ausbildung entstehenden Kosten durch die Ausbildungsbetriebe übernommen werden. Es sei ein Unding, dass Friseurinnen und Friseure von ihrer sehr geringen Ausbildungsvergütung oft auch noch für ihre Arbeitsmaterialien, wie Scheren, selbst aufkommen müssten.

 

Hinweis:

Die DGB-Jugend Baden-Württemberg wird ihren auf den Befragungen von 1300 Azubis im Land basierenden Ausbildungsbericht im Oktober veröffentlichen.

Kurzlink zum Onlineportal Dr. Azubi:

http://jugend.dgb.de/-/iBO

 

 


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