Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 40 - 21.07.2017

Gewerkschaftsjugend im Land fordert Ausbildungsgarantie

50 Delegierte aus dem ganzen Land treffen sich zur Bezirksjugendkonferenz in Markelfingen

Vom 21. bis zum 23. Juli 2017 findet auf dem DGB-Jugendcamp in Markelfingen die Bezirksjugendkonferenz der DGB-Jugend Baden-Württemberg statt. Alle vier Jahre kommen junge Mitglieder der acht DGB-Gewerkschaften zusammen, um die politischen Leitlinien und inhaltlichen Schwerpunkte der gemeinsamen Jugendarbeit abzustimmen. Auf der diesjährigen Konferenz stimmen 50 Delegierte über rund 30 Anträge ab. Mit Blick auf die Bundestagswahl dominieren bundespolitische Forderungen.

„Nur noch jeder fünfte Betrieb bildet aus. Die sinkende Ausbildungsbereitschaft verstärkt die Spaltung in unserer Gesellschaft. Bundesweit haben 1,22 Millionen junge Menschen im Alter zwischen 20 und 29 Jahren keine abgeschlossene Ausbildung. Ihnen droht ein Leben in prekrärer Beschäftigung und Arbeitslosigkeit. Deshalb fordern wir eine Ausbildungsgarantie, die allen Jugendlichen die Perspektive auf einen Berufsabschluss eröffnet. Betriebe, die sich ihrer Verpflichtung entziehen, müssen mit Sanktionen belegt werden“, sagt Andre Fricke, der Bezirksjugendsekretär des DGB Baden-Württemberg.

Ein zentrales Thema der Konferenz ist die Qualität und Attraktivität der Berufsausbildung. „Die von der Bundesregierung versprochenen Verbesserungen bei der Berufsausbildung sind ausgeblieben. Wir dringen deshalb weiterhin auf eine Reform des Berufsbildungsgesetzes, die die Rechte von Auszubildenden stärkt“, erklärt Fricke. Zukünftig solle im BBiG geregelt sein, dass Auszubildende Lehr- und Lernmittel sowie Arbeitskleidung grundsätzlich kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen.

Auch die wachsende Zahl dual Studierender solle von den Schutzrechten im BBiG, etwa den Regelungen zum Überstundenausgleich, profitieren. „Wir fordern, dass auch die Praxisphasen des dualen Studiums durch das BBiG geregelt werden und der Geltungsbereich des Gesetzes auf dual Studierende ausgedehnt wird“, mahnt der Bezirksjugendsekretär.

In einem weiteren Antrag fordert die DGB-Jugend eine Begrenzung von Manager_innengehältern auf maximal das Zwölffache der untersten Entgeltgruppe im jeweiligen Unternehmen. Fricke: „Wir stellen uns entschlossen gegen das Auseinanderdriften und die Entsolidarisierung in der Gesellschaft. Stundenlöhne von bis zu 6000 Euro für Manager_innen stehen nicht für Gerechtigkeit und Solidarität innerhalb und außerhalb der Unternehmen“, sagt Fricke.

Auch in die aktuelle Diskussion um das Bildungszeitgesetz, das erst 2015 in Baden-Württemberg eingeführt wurde, bringt sich die Gewerkschaftsjugend ein. „Die Landesregierung will die Axt an die bezahlte Freistellung legen, die zur beruflichen und politischen Weiterbildung und zur Qualifikation fürs Ehrenamt genutzt werden kann. Statt die Bildungszeit zu schleifen, fordern wir die Landesregierung auf, sie auch Auszubildenden im vollen Umfang zu gewähren. Es bringt unsere Gesellschaft voran, wenn sich junge Menschen auch während ihrer Ausbildung in gesellschaftspolitischen Fragen weiterbilden können und ihnen genügend Zeit für ehrenamtliche Aktivitäten bleibt“, ist Fricke überzeugt. Auszubildende und dual Studierende haben lediglich in drei Jahren fünf Tage Anspruch auf eine Freistellung nach dem Bildungszeitgesetz.

 

Ansprechpartner:
Andre Fricke, Bezirksjugendsekretär
andre.fricke@dgb.de oder mobil: 0175/2924275

 


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