Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 21 - 10.03.2016

Die „Allianz für Weltoffenheit“ stellt sich in Stuttgart vor

Vertreterinnen und Vertreter des DGB, der Baden-Württembergischen Arbeitgeber, der Evangelischen Landeskirchen, der Islamischen Glaubensgemeinschaft Baden-Württemberg, der Liga der freien Wohlfahrtspflege und des Landesfrauenrates diskutieren heute Abend im GENO-Haus

Die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen lassen sich nur solidarisch, in einem weltoffenen Europa und mit unseren demokratischen Grundwerten als Leitlinie bewältigen. Davon sind die inzwischen mehr als 150 Mitglieder der im Februar in Berlin gegründeten „Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat – gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt“ überzeugt. Sie unterstützen den Aufruf „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ http://www.allianz-fuer-weltoffenheit.de/#aufruf

Zu dem breiten Bündnis gehören neben vielen anderen Organisationen die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland, der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Koordinationsrat der Muslime, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege und der Deutsche Frauenrat. Es repräsentiert die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland.

Die Allianz tritt ein für ein friedliches Zusammenleben aller Menschen auf dem Boden des Grundgesetzes, die solidarische Bewältigung von Migration und Integration bei uns und in Europa, die Bekämpfung der Fluchtursachen und eine lösungsorientierte Diskussion der Flüchtlings- und Einwanderungsthematik.

In dem Aufruf heißt es: „Gerade in Krisenzeiten dürfen wir die rechtsstaatlichen, sozialen und humanitären Errungenschaften unserer Gesellschaft nicht aufgeben.“

Zur Bewältigung der großen Herausforderungen seien mehr Investitionen in Bildung, Wohnen, öffentliche Infrastruktur und innere Sicherheit nötig. Zur Integration der geflüchteten Menschen, die für lange Zeit oder dauerhaft in Deutschland bleiben, bedarf es ausreichender Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe sowei die Bereitschaft zur Integration. Hierzu gehören der Erwerb von Sprachkompetenz und die Eingliederung in den Arbeitsmarkt.

Wie sich die Ziele der Allianz am besten realisieren lassen, darüber diskutieren heute auf Einladung des DGB Baden-Württemberg um 20.00 Uhr im GENO-Haus in Stuttgart:

Eva-Maria Armbruster, Vorsitzende der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.V.

Peer-Michael Dick, Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung der Baden-Württembergischen Arbeitgeberverbände e.V.

Reiner Hoffmann, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes

Manuela Rukavina, Vorsitzende des Landesfrauenrates Baden-Württemberg

Volker Steinbrecher, Kirchenrat, Beauftragter der Evangelischen Landeskirchen bei Landtag und Landesregierung

Muhittin Soylu, Vorstandsvorsitzender der Islamischen Glaubensgemeinschaft Baden-Württemberg e.V.

 

Reiner Hoffmann, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes:

„Die Integration der Geflüchteten ist nicht nur eine Gemeinschaftsaufgabe, sie erfordert auch Investitionen – in Bildung, in Wohnraum, in Infrastruktur. Von diesen Investitionen profitieren alle, auch die Bedürftigen hier, die Menschen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Das ist ein Anspruch der Allianz an die Politik.“

Eva-Maria Armbruster, Vorsitzende der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.V.:

„Solange wir Kriege und Menschenrechtsverletzungen in der Welt haben, sind Menschen auf der Flucht. Die Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg tritt ein für ein faires Miteinander. Teilhabechancen für alle Menschen und Integration der Geflüchteten sind die Schlüssel für den sozialen Zusammenhalt. Dafür engagieren sich professionell und ehrenamtlich Aktive in den Mitgliedsorganisationen der Liga. Nur eine sachlich geführte gesellschaftliche Debatte unterstützt sie darin.“

Peer-Michael Dick, Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung der Baden-Württembergischen Arbeitgeberverbände e.V.:

„Für die Arbeitgeber Baden-Württemberg steht unverrückbar und ohne Spielraum für Interpretationen fest: Weder in unserer Gesellschaft noch in unseren Betrieben ist Platz für Rassismus, Diskriminierung, Sexismus oder gar Gewalt in jeglicher Form. Das gilt für alle: für die, die schon lange hier leben, aber auch für diejenigen, die gerade zu uns kommen. In unseren Betrieben arbeiten Mitarbeiter aus mehr als 100 Nationen tagein tagaus vollkommen ohne Probleme miteinander; Arbeit ist gelebte Integration, die Erfolge haben wir in den letzten Jahrzehnten gemeinsam erleben dürfen. Deswegen ist eine Integration in den Arbeitsmarkt eine der wichtigsten und hervorragendsten Aufgaben. Wir sagen aber gleichzeitig: Sie ist ein langer und schwieriger Weg für alle Beteiligten. Umso gewichtiger ist es, dass er konsequent und ohne bürokratische Hürden mit gleichen Chancen und Rechten für alle begangen wird.
Und schließlich: Es wäre ein fataler Fehler, wenn wir keine redliche Debatte über die tatsächlichen Herausforderungen führen. Wir müssen Lösungen finden für das Wie der Bewältigung der großen Zahlen. Wir müssen eine ehrliche Antwort finden, ob unsere Kapazitäten möglicherweise irgendwann erschöpft sind und unser gesellschaftlicher Zusammenhalt unter den Belastungen leidet. Wenn wir diese Fragen vernünftig beantworten, steht einer weiteren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Prosperität nichts mehr im Wege.“

Manuela Rukavina, Vorsitzende des Landesfrauenrates Baden-Württemberg:

„Für die Frauenverbände im Land ist klar, dass wir als gesamte Gesellschaft nun gefordert sind. Wir sind bereit, mit den geflüchteten Menschen gemeinsam daran zu arbeiten, dass sich unsere Gesellschaft weiter entwickeln kann. Die Würde und das Recht auf Chancen jedes einzelnen Menschen stehen für uns hierbei im Vordergrund. Und diese Rechte haben alle Menschen in diesem Land - gleich welcher Herkunft, gleich welchen Geschlechts, gleich welcher Religion oder gleich welcher sexuellen Orientierung. Das muss für uns die Ausgangsbasis allen gesellschaftlichen Handelns sein.“

Volker Steinbrecher, Kirchenrat, Beauftragter der Evangelischen Landeskirchen bei Landtag und Landesregierung:

„Angesichts der Not vieler Menschen, die aufgrund von Krieg und Gewalt nach Europa drängen, stehen die evangelischen Landeskirchen fest an der Seite der Flüchtlinge, die zu uns kommen. Wir glauben, dass das biblische Gebot der Nächstenliebe  von uns allen Gastfreundschaft und Hilfe für die Schwächsten fordert, weil Gott die Menschen liebt und jedem einzelnen Menschen seine Würde zuspricht.“

Muhittin Soylu, Vorstandsvorsitzender der Islamischen Glaubensgemeinschaft Baden-Württemberg e.V.:

„Die Würde des Menschen ist unantastbar und sie ist auch durch unsere Verfassung geschützt. Es ist erfreulich, dass eine bundesweite Allianz von Kirchen bis islamischen Religionsgemeinschaften, von Arbeitgeberverbänden bis Gewerkschaften, von Wohlfahrtsorganisationen bis Jugendeinrichtungen und Dutzende weitere gesellschaftliche Institutionen für die Unantastbarkeit der Menschenwürde sich einsetzen. In einer Zeit, wo Ressentiments gegenüber Flüchtlingen geschürt werden, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus bis in die Mitte der Gesellschaft Gehör finden, setzt die Allianz für die Weltoffenheit ein starkes Zeichen dagegen. Für uns, die Islamische Glaubensgemeinschaft Baden-Württemberg, ist es selbstverständlich, sich in der Flüchtlingsarbeit zu engagieren und für ein menschenwürdiges Leben einzusetzen.“

 

Aufruf 'Die Würde des Menschen ist unantastbar'

Einladung zur Podiumsdiskussion 'Die Würde des Menschen ist unantastbar'

 

 

 


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