Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 30 - 27.06.2018
DGB Baden-Württemberg und die Vizepräsidenten der Handwerkskammern:

Ausgebildete Asylbewerber brauchen eine dauerhafte Perspektive

Ein entsprechendes Einwanderungsgesetz ist überfällig


Immer mehr Geflüchtete absolvieren in baden-württembergischen Betrieben eine Ausbildung. So haben im vergangenen Ausbildungsjahr 2400 junge Menschen mit Fluchterfahrung eine Ausbildung begonnen, wie die Wirtschafts- und Arbeitsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut jüngst beim Spitzengespräch des landesweiten Ausbildungsbündnisses positiv hervorgehoben hatte. 

Doch ein Ausbildungsplatz garantiert noch kein sicheres Bleiberecht. Im Handwerk wächst die Sorge, dass vermehrt Abschiebungen von Auszubildenden bevorstehen. Abgelehnte Asylbewerberinnen und –bewerber können zwar die sogenannte 3+2-Regelung nutzen, das heißt, während einer dreijährigen Ausbildung und in den zwei Jahren danach erhalten sie von den Ausländerbehörden eine Duldung. Im Grundsatz bleiben sie aber ausreisepflichtig. Zudem fehlt ihnen eine Perspektive, dauerhaft in Deutschland arbeiten zu dürfen. Alle Bemühungen, die die Geflüchteten, die Ausbildungsbetriebe und die Berufsschulen unternehmen, werden durch die permanente Unsicherheit und durch fehlende Anschlussperspektive konterkariert. Deshalb appellieren die Vizepräsidenten der Handwerkskammern, die die Arbeitnehmerseite in den Kammergremien repräsentieren, und der DGB Baden-Württemberg an die Politik, dafür zu sorgen, dass gut integrierte Geflüchtete die Chance auf ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht erhalten.  

Martin Kunzmann, der DGB-Landesvorsitzende, sagte: „Es ist widersinnig, dass sich alle Beteiligten um Integration bemühen und viele Hürden erfolgreich meistern, die Menschen aber fünf Jahren zittern müssen, ob sie nicht abgeschoben werden und danach erst recht die große Ungewissheit folgt. Wer eine Ausbildung macht, hat gute Chancen, in Deutschland heimisch zu werden. Deshalb brauchen wir endlich ein praktikables Einwanderungsgesetz. Es sollte unbedingt auch Menschen, die bereits in unserer Gesellschaft leben und arbeiten, die Legitimation für ein dauerhaftes Bleiberecht bieten. Viele von ihnen sind bereits mehrere Jahre in Deutschland, haben sich in dieser Zeit weiter qualifiziert, zahlen Steuern, ihre Kinder gehen hier zur Schule.“

Joachim Scholz, Vizepräsident der Handwerkskammer Freiburg, ergänzte stellvertretend für seine Kolleginnen und Kollegen im Land: „Das Handwerk braucht dringend Auszubildende, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Das setzt voraus, dass die qualitativ hochwertig ausgebildeten Asylbewerber nach ihrer Ausbildung auch eine Bleibeperspektive haben. Nur damit ist dem Handwerk und dem Asylbewerber geholfen.“

Ansprechpartner:
Joachim Ruth, Abteilungsleiter Handwerk beim DGB Baden-Württemberg
(joachim.ruth@dgb.de oder mobil: 0171/1414356)

 


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