Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 62 - 15.11.2017

Befürworter von mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit liefern nur fadenscheinige Argumente

Immer mehr Stimmen aus Politik und Wirtschaft, etwa der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Claus Paal und der Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth, fordern eine Debatte über das Arbeitszeitgesetz ein. Eine solche Debatte führt der DGB Baden-Württemberg gerne.

Baden-Württemberg wie auch die gesamte Republik sind wirtschaftlich sehr erfolgreich. Nicht nur in Europa, sondern weltweit. Die deutsche Wirtschaft hat eine extrem hohe Produktivität und im Vergleich sehr geringe Lohn-Stück Kosten. In vielen Betrieben gibt es mehrere Arbeitszeitmodelle, in einigen sogar Hunderte. Die durchschnittlichen Unternehmensgewinne sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

Und das trotz der „veralteten arbeitsrechtlichen Regelungen aus dem letzten Jahrhundert“, wie es  MdL Paal beschreibt.

Da, wo es für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen und damit auch für den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen notwendig war, Arbeitszeiten zu flexibilisieren, haben sich Gewerkschaften und Betriebsräte nie verweigert.

„Die Befürworter der Schleifung des Arbeitszeitgesetzes bleiben konkrete Beispiele dafür, wo das Arbeitszeitgesetz wirtschaftliche Entwicklung behindert, immer schuldig. Wo genau behindert das Arbeitszeitgesetz auch im Zusammenhang mit Digitalisierung tarifliche oder betriebliche Lösungen?“, sagte der DGB-Landesvorsitzende Martin Kunzmann.

Kunzmann weiter: „Mehr Zeitsouveränität für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer befürworten wir ausdrücklich. Für eine gute Lebensqualität und für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf braucht es nicht mehr Flexibilität für Arbeitgeber, sondern neben planbaren Ruhe- und Erholungszeiten planbare arbeitsfreie Tage. Das Arbeitszeitgesetz spekulativ vor dem Hintergrund nicht näher beschriebener zukünftiger Herausforderung jetzt zur Disposition zu stellen, ist ein weiterer Versuch, die Rechte von Beschäftigten massiv einzuschränken.“

Der DGB appelliert an die Jamaika-Sondierenden, die Schutzrechte für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aufrecht zu erhalten. Kunzmann: „Die Technik mag sich ändern. Die Bedürfnisse der Menschen bleiben dieselben. Deshalb: Hände weg vom Arbeitszeitgesetz.“

 


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