Deutscher Gewerkschaftsbund

18.09.2014

DGB Sigmaringen: Rudi Christian: „Stärkung der Weiterbildung dringend erforderlich!“

„Zur Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements, zur Sicherung des Fachkräftebedarfs und zur Eröffnung individueller Bildungs- und Aufstiegschancen brauchen die Menschen in Baden-Württemberg mehr Bildungszeit“, so Rudi Christian, der Vorsitzende des DGB-Kreisverbands Sigmaringen, anlässlich eines Gesprächs mit dem Landtagsabgeordneten Martin Hahn (Bündnis 90/GRÜNE).

Der DGB fordert unter dem Motto „Gib mir Fünf“ eine gesetzlich geregelte Freistellung für eine Bildungszeit von fünf Tagen pro Jahr für politische, allgemeine und berufliche Bildung sowie zur Qualifizierung für Ehrenämter. Anspruch sollen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, dual Studierende, Auszubildende und Beamte haben.

„Die Landesregierung ist aufgefordert, noch in diesem Jahr die gesetzlichen Grundlagen für mehr Bildungszeit für alle Beschäftigten auch in Baden-Württemberg zu schaffen.“, sagte Markus Wimmer, Sekretär der Industriegewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie und ebenfalls Mitglied des DGB-Kreisvorstandes. Im Koalitionsvertrag hatte Grün-Rot ein solches Gesetz vereinbart. Bis auf Baden-Württemberg, Sachsen und Bayern verfügen alle Bundesländer längst über entsprechende gesetzliche Freistellungsmöglichkeiten.

Mit der Thematik vertraut versicherte der Abgeordnete Martin Hahn, dass die Landesregierung auf jeden Fall zu ihrem Versprechen im Koalitionsvertrag stehen werde. Auch sehe er die Notwendigkeit von mehr Bildungsmöglichkeiten in allen genannten Bereichen.

Peter Fischer, Geschäftsführer der DGB-Region Südwürttemberg machte deutlich, dass die Forderung des Bildungszeitgesetzes in Baden-Württemberg von einem Bündnis aus 14 Organisationen getragen werde. Im Übrigen würde dadurch auch die bestehende Fachkräfteallianz sehr gut ergänzt.

Die Weiterbildungsbeteiligung sei nach aktuellen Untersuchungen auch in Baden-Württemberg stark von Herkunft, Migrationshintergrund und sozialem bzw. beruflichem Status abhängig. 22 Prozent der Beschäftigten haben danach trotz erkennbaren Weiterbildungsbedarfs nicht an Qualifizierungen teilgenommen, weil sie auf Grund beruflicher oder familiärer Verpflichtungen nicht ausreichend Zeit für Bildung haben oder die Barrieren zu hoch sind.


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