Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 15 - 07.03.2012

Internationaler Frauentag: "Heute für morgen Zeichen setzen!"

Marion v. Wartenberg: „Ungeschützter Arbeit endlich einen Riegel vorschieben – Erhöhung auf 450 Euro bei Minijobs führt Frauen in die Sackgasse!“

DGB begrüßt Bundesratsinitiative der Landesregierung gegen Lohnungleichheit: „Schritt in die richtige Richtung“

„Heute für morgen Zeichen setzen“ – unter diesem Motto stehen die vielen Veranstaltungen der Gewerkschaftsfrauen zum Internationalen Frauentag am 8. März. Die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende Marion v. Wartenberg fordert verbesserte verbindliche Rahmenbedingungen für die Gleichstellung: „Wir wollen ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft, eine Sozialversicherungspflicht auch für Mini-Jobs, die Abschaffung diskriminierender Regelungen bei der Bewertung von Frauenarbeitsplätzen sowie eine Quote in Aufsichtsräten und Vorständen, insbesondere auch in landeseigenen Unternehmen.“ Die Ankündigung der Landesregierung, mit einer Bundesratsinitiative das Thema Lohnungleichheit aufzugreifen, sei ein „Schritt in die richtige Richtung“, so die DGB-Vize.

„Alle reden vom Fachkräftemangel, Frauen in Baden-Württemberg sind gut ausgebildet und hochqualifiziert - was fehlt, sind Rahmenbedingungen, damit Frauen ihre Arbeitszeitwünsche verwirklichen können und nicht auf Teilzeitjobs verwiesen werden“, kritisiert v. Wartenberg. Anstatt endlich ein längst überfälliges Gleichstellungsgesetz für Frauen in der Privatwirtschaft vorzulegen, baue die Bundesregierung mit der Erhöhung der Einkommensgrenze bei Minijobs auf 450 Euro die Sackgasse für Frauen noch aus. Sozialversicherungspflichtige Teilzeitarbeitsplätze würden dadurch vernichtet, der Niedriglohnbereich weiter ausgebaut. Der Weg in die Altersarmut sei damit für viele Frauen vorgezeichnet. „Der DGB fordert eine generelle Sozialversicherungspflicht, um ungeschützter Arbeit endlich einen wirksamen Riegel vorzuschieben. Minijobs - und damit zwangsläufig immer kürzere Arbeitszeiten von Frauen - sind angesichts des Fachkräftebedarfs und der Arbeitszeitwünsche von Frauen kontraproduktiv“, kritisiert die DGB-Vize.

Handlungsbedarf gebe es auch bei der Entgeltgleichheit. Frauen verdienten in Baden-Württemberg bei gleicher Arbeitszeit im Schnitt 28 % weniger als Männer. Häufig arbeiteten sie im Niedriglohnbereich. Typische Frauenarbeitsplätze in Pflege, Gesundheit, Dienstleistung seien schlechter bewertet und deshalb auch unattraktiv für Männer. Marion v. Wartenberg begrüßt die Ankündigung der Landesregierung, mit einer Bundesratsinitiative gegen die Ungleichheit vorzugehen. Sie appelliert an Sozialministerin Altpeter, sich im Bundesrat für eine verbindliche Anwendung des Instruments „eg-check“ (entgeltgleichheits-check) einzusetzen, damit diskriminierende Regelungen in Tarifverträgen, Arbeitsverträgen und Betriebsvereinbarungen gezielt abgebaut werden können www.eg-check.de

Für unverzichtbar hält die DGB-Vize eine gesetzliche Quote für Aufsichtsräte und Vorstände: „Ich unterstütze nachdrücklich Sozialministerin Altpeter, die den Frauenanteil in den Führungsebenen der landeseigenen Unternehmen deutlich steigern will.“

DGB-Pressestelle
Jürgen Klose


PM der Landesregierung zur Bundesratsinitiative

Video-Podcast mit Ministerpräsident Kretschmann
 


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