Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 42 - 29.08.2019
Zumeldung zu den von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Zahlen zum Ausbildungsmarkt

DGB-Jugend für die Einführung eines kostenfreien Azubitickets


Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kommentierte die heute für Baden-Württemberg veröffentlichten Zahlen zum Ausbildungsmarkt wie folgt: „Grundsätzlich entwickelt sich der Ausbildungsmarkt in die richtige Richtung“, sagte Andre Fricke, der Bezirksjugendsekretär der DGB-Jugend Baden-Württemberg. Dennoch sei es bei Weitem nicht so, dass alle ausbildungsinteressierten jungen Menschen auf Anhieb einen passenden Ausbildungsplatz fänden. Noch immer seien rund 11.500 Bewerber*innen unversorgt. Die duale Ausbildung sei eine Investition in die Zukunft, die die Betriebe verstärkt angehen müssten.

„Neben der unzureichenden Auswahl an Ausbildungsstellen vor Ort erschweren auch hohe Mobilitäts- und Mietkosten den Schulabgänger*innen den Berufseinstieg. Um den Jugendlichen die Chance zu geben, eine Ausbildung auch in größerer Entfernung von ihrem Wohnort zu machen, sollten das Land und die ausbildenden Betriebe ein kostenfreies und landesweit gültiges Azubiticket für den öffentlichen Nahverkehr einführen“, forderte Fricke. Angesichts der in manchen Berufen sehr niedrigen Ausbildungsvergütungen könnte ein solches Ticket große Hürden abbauen.

Ein weiteres Hindernis auf dem Weg zum Wunschberuf sei die teils fehlende Ausbildungsqualität in einigen Berufen bzw. Betrieben. Wie der Ausbildungsreport der DGB-Jugend regelmäßig zeige, blieben besonders in Branchen Plätze frei, in denen Auszubildende häufig über Probleme wie regelmäßige Überstunden, ausbildungsfremde Tätigkeiten oder geringe Ausbildungsvergütungen klagten. Das betreffe etwa das Hotel- und Gaststättengewerbe, das Friseurhandwerk, das Maler- und Lackiererhandwerk sowie den Einzelhandel. Fricke weiter: „Wenn die Betriebe die Ausbildungsqualität und die beruflichen Perspektiven verbessern, werden sie auch mehr junge Menschen finden, die bei ihnen eine Ausbildung beginnen und auch abschließen.“ Mit der laufenden Novelle des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) habe auch der Gesetzgeber noch die Chance, für bessere Ausbildungsbedingungen zu sorgen. Dazu gehörten die bereits geplante Einführung einer Mindestausbildungsvergütung, die Freistellung für die Berufsschule und die Prüfungsvorbereitung sowie eine verbindliche Lern- und Lehrmittelfreiheit.

Ansprechpartner:
Andre Fricke, Bezirksjugendsekretär DGB-Jugend Baden-Württemberg (andre.fricke@dgb.de oder mobil 0175 2924275)

 


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