Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 76 - 19.10.2020
DGB-Personalreport: Trotz leichten Personalaufbaus im öffentlichen Dienst bleiben die Lücken groß

DGB Baden-Württemberg fordert angemessene Personalausstattung für den öffentlichen Dienst

Der aktuelle Personalreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zeigt, dass zwar in einigen Bereichen des öffentlichen Dienstes Personal aufgebaut wird, es jedoch nach wie vor an vielen Stellen Nachholbedarfe gibt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Beschäftigten im Landesdienst um 3480 (2905 Vollzeitäquivalente) gestiegen. Bei den Städten und Gemeinden beträgt der Anstieg 6260 Beschäftigte (4775 Vollzeitäquivalente). Insgesamt arbeiten beim Land mehr als 321.000 (272.045 Vollzeitäquivalente) und in den Kommunen mehr als 248.000 (203.215 Vollzeitäquivalente) Frauen und Männer.

„Die aktuellen Bemühungen reichen bisher nur aus, um die größten Lücken beim Personal des öffentlichen Dienstes anzugehen“, sagt Dominik Gaugler, Abteilungsleiter für den öffentlichen Dienst beim DGB Baden-Württemberg. „Der Beschäftigungsaufbau ist richtig und notwendig, aber insgesamt nicht ausreichend. Außerdem konzentriert sich der Anstieg auf einige wenige Bereiche, etwa bei der Polizei und im Bereich der Kinderbetreuung. Mittelfristig muss es darum gehen, die strukturellen Probleme des gesamten öffentlichen Dienstes zu lösen. Dazu braucht es ein nachhaltiges und innovatives Personalmanagement und weitere Maßnahmen, um die Attraktivität der öffentlichen Arbeitgeber zu steigern.“

Insbesondere Covid 19 zeige sehr deutlich, welche Folgen es habe, wenn notwendige Bereiche des öffentlichen Dienstes über viele Jahre vernachlässigt werden. Der öffentliche Gesundheitsdienst ist seit Beginn der Krise enorm gefordert, nachdem er über Jahre vernachlässigt wurde. „Jahrelang hat es im öffentlichen Gesundheitsdienst keine langfristige Personalplanung gegeben. Dies rächt sich heute und sorgt kurzfristig für große Probleme. Denn die aktuelle Pandemiesituation erfordert eine Schlagzahl, welche die Kolleginnen und Kollegen schon jetzt an die Belastungsgrenzen und teilweise auch darüber hinaus bringt. Dies ist auf Dauer nicht durchzuhalten“, beschreibt Christine Scherzinger, Ärztin im Gesundheitsamt Rastatt und Vorsitzende des Hauptpersonalrats beim Ministerium für Soziales und Integration, die aktuelle Situation.

Ein Interview mit Christine Scherzinger zur Situation im öffentlichen Gesundheitsdienst findet sich im aktuellen DGB Personalreport.


Ansprechpartner:

Dominik Gaugler, Abteilungsleiter öffentlicher Dienst und Beamte (dominik.gaugler@dgb.de oder mobil 0151 53331553)


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