Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 22 - 12.04.2019
Zumeldung: DGB zur heutigen „arbeitsmarktpolitischen Reise“ der Arbeits- und Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut

Tarifverträge bieten mehr Arbeitszeitsouveränität


Die Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut besucht heute im Rahmen einer „arbeitsmarktpolitischen Reise“ vier Betriebe in Südwürttemberg, um sich über Arbeitszeitmodelle zu informieren. Nach ihrer Vorstellung soll das Arbeitszeitgesetz dahingehend geändert werden, dass die tägliche Höchstarbeitszeit auf zwölf Stunden ausgeweitet werden kann.

Dazu sagte der DGB-Landesvorsitzende Martin Kunzmann: „Wir begrüßen es selbstverständlich, wenn sich die Arbeits- und Wirtschaftsministerin ein Bild von der betrieblichen Praxis macht. Wir bedauern es aber sehr, dass von den vier besuchten Betrieben drei weder einen Betriebsrat haben noch einen Entgelttarifvertrag anwenden. Der DGB hätte dem Ministerium sehr gerne angeboten, gemeinsam eine Auswahl von Betrieben zu treffen, in denen Tarifverträge und innovative Arbeitszeitmodelle angewendet werden. Es gibt genügend Arbeitgeber, die zusammen mit Betriebs- und Personalräten auf der Basis von Tarifverträgen passgenaue Betriebsvereinbarungen abschließen. Diese gewährleisten für den Betrieb ein hohes Maß an Flexibilität, gleichzeitig bieten sie den Beschäftigten das nötige Maß an Arbeitszeitsouveränität, um Beruf und Familie miteinander zu verbinden.“

Das geltende Arbeitszeitgesetz lasse es zu, dass Auftragsspitzen bewältigt werden und Betriebe kurzfristig auf besondere Anforderungen reagieren könnten. Kunzmann weiter: „Deutschland wäre wohl kaum Exportweltmeister, wenn in den Betrieben nicht sehr flexibel gearbeitet würde. Doch diese Flexibilität, die den Menschen viel abverlangt, muss sich in einem vertretbaren Rahmen bewegen. Das Arbeitszeitgesetz ist im Wesentlichen ein Schutzgesetz, das entsprechende Ruhezeiten und ein reguläres Arbeitsende nach acht Stunden definiert. Deshalb pochen wir darauf, dass dieser Rahmen bestehen bleibt und die Einhaltung des Gesetzes auch überprüft wird.“

Ansprechpartner:
Stefan Rebmann, Abteilungsleiter Wirtschaftspolitik ( stefan.rebmann@dgb.de oder mobil 0151 23768577)


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