Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 34 - 15.06.2021

Wohnkosten in den Großstädten überlasten Mieter*innen

Der DGB fordert Mietenstopp und mehr bezahlbare Neubauwohnungen

Viele Mieter*innen in den Großstädten im Land sind von ihren Wohnkosten überlastet. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert deshalb einen sechsjährigen Mietenstopp und mehr bezahlbare Neubauwohnungen. Bundes– und Landesregierung müssen hier aktiv werden.

In Stuttgart sind 46,43 Prozent der Mieterhaushalte durch ihre hohen Wohnkosten überlastet. In Mannheim sind es 48,81 Prozent und in Freiburg im Breisgau 53,49 Prozent. Das geht aus einer heute veröffentlichten Studie der Hans-Böckler-Stiftung hervor. Als überbelastet gilt, wer inklusive Betriebs- und Heizkosten mehr als 30 Prozent des Haushaltseinkommens für die Miete ausgeben muss.

Die Studie zeigt auch: Selbst wenn alle Mieterhaushalte auf Wohnungen mit angemessener Größe und Preis verteilt werden würden, fehlen in Stuttgart 26.142 bezahlbare Wohnungen, in Mannheim 15.755 und in Freiburg 10.068.

„Es wird immer schwerer, in Baden-Württemberg eine bezahlbare Wohnung zu finden. Vor allem Beschäftigte mit geringen und mittleren Einkommen müssen einen großen Teil ihres Einkommens an den Vermieter zahlen. Einkommenszuwächse werden selbst bei guten Tarifabschlüssen zunehmend von der Miete aufgefressen. Der DGB fordert deswegen von der nächsten Bundesregierung einen sechsjährigen Mietenstopp. Die Menschen brauchen eine Atempause“, sagte Martin Kunzmann, Vorsitzender des DGB Baden-Württemberg. „Auch die Landesregierung muss entschlossener vorgehen, um den Mangel an bezahlbaren Wohnungen zu beheben. In Baden-Württemberg hat sich die Anzahl der Sozialwohnungen seit 2002 von damals rund 137.000 Wohnungen auf 51.489 Wohnungen im Jahr 2020 mehr als halbiert.“

Die Landesregierung müsse ihre Fördermittel aufstocken und die Kommunen stärken, damit diese den lokalen Wohnungsmarkt gestalten könnten. Dies könne durch den strategischen Ankauf von Grundstücken oder die Stärkung bzw. Gründung kommunaler Wohnungsbaugesellschaften erfolgen. Auch das Land selbst müsse mit einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft aktiv Wohnungen errichten.

Das im Mai verabschiedete Baulandmobilisierungsgesetz erweitere den wohnungspolitischen Spielraum von Kommunen in angespannten Wohnungsmärkten. Voraussetzung ist, dass die Landesregierung entsprechende Verordnungen über angespannte Wohnungsmärkte erlässt. Dies müsse im Sinne der Mieter*innen zügig geschehen.

Die Studie wurde von einem Team um den Berliner Stadtsoziologen Andrej Holm verfasst. Analysiert wurde die Wohnsituation in den 77 Großstädten Deutschlands anhand von Daten des Mikrozensus von 2018.

Um seiner Forderung nach einem Mietenstopp Nachdruck zu verleihen, beteiligt sich der DGB Baden-Württemberg in zehn Städten am bundesweiten Mietenstopp-Aktionstag am Samstag, den 19. Juni.

Ansprechpartnerin:
Mia Koch, Abteilungsleiterin Daseinsvorsorge DGB Baden-Württemberg
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