Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 14 - 25.03.2010
Equal Pay Day 2010

"Entgeltgleichheit - Jetzt aufs Ganze gehen!"

Marion v. Wartenberg: „Ursachen der Lohnunterschiede beseitigen!“

Anlässlich des Equal Pay Day am 26. März 2010, der in diesem Jahr zum dritten Mal stattfindet, fordert die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende Marion v. Wartenberg, die Ursachen der Lohnunterschiede („Gender Pay Gap“) zwischen Männern und Frauen zu beseitigen. „Veränderung beginnt mit der Anerkennung der Realität“, sagte sie im Hinblick auf die volkswirtschaftlichen Zahlen, die aus Unkenntnis leider immer wieder angezweifelt würden.

Die DGB-Vize forderte eine fundierte Diskussion über die Ursachen des „Gender Pay Gap“ und ein Bündel politischer Maßnahmen zur Beseitigung der Lohnunterschiede. „Wir brauchen eine politische Strategie, die an allen Ursachen individueller, institutioneller und betrieblicher Art ansetzt.“

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts haben Frauen 2008 im Durchschnitt (!) brutto 14,26 Euro pro Stunde und damit 4,24 Euro weniger verdient als Männer. Der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen („Gender Pay Gap“) beträgt laut EU-Kommission in Deutschland 23 Prozent - im EU-Durchschnitt sind es „nur“ 17 Prozent. Im europäischen Vergleich steht Deutschland damit an siebtletzter Stelle.

Als Gründe für die Einkommensunterschiede nannte Marion v. Wartenberg ein Bündel von Ursachen: die häufigere Beschäftigung von Frauen in Branchen und Berufen mit geringerer Tarifbindung und niedrigerer Bezahlung, Nachteile durch familienbedingte Berufsunterbrechungen, mehr Teilzeitbeschäftigung, überproportionale Beschäftigung im Niedriglohnsektor, die Unterrepräsentation in Führungsfunktionen und Nachteile im Steuer- und Sozialsystem, z.B. durch das Ehegattensplitting, das die Zuverdiener-Rolle der Frauen zementiere. Es gebe aber auch eine schwerer zu durchschauende Diskriminierung, beispielsweise durch nicht geschlechtsneutrale Eingruppierungskriterien.

„Wir fordern ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft, den zügigen und flächendeckenden Ausbau der Kindertageseinrichtungen, die Überprüfung aller Regelungen, die Frauen auf eine Zuverdienerrolle reduzieren, vor allem die Abschaffung des Ehegattensplittings, sowie ein Verbandsklagerecht für die Gewerkschaften im Kampf gegen Lohndiskriminierung.“ Zudem solle die Bundesregierung einen Einkommensbericht mit fundiertem Datenmaterial vorlegen, sowie einen Überblick geben, wie andere europäische Länder ihr „Gender-Pay-Gap“ erfolgreich reduziert haben. Frauenberufe müssten aufgewertet, der Niedriglohnsektor reduziert werden, forderte v. Wartenberg.

Der Equal Pay Day soll die Öffentlichkeit sensibilisieren und den gesellschaftlichen Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Das Ziel ist die Schließung der Entgeltlücke zwischen Männern und Frauen.

Der DGB ist Mitglied des Deutschen Frauenrats und Mitaufrufer zum Equal Pay Day.

www.equalpayday.de


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Jürgen Klose


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