Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 23 - 24.03.2011
Equal Pay Day am 25. März 2011

DGB kritisiert Spitzen-Entgeltlücke von 29 Prozent im Land

"Die traditionellen Rollenbilder müssen endlich aufgebrochen werden, um die großen Unterschiede in der Bezahlung von Frauen und Männern aufzuheben", sagt die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende Marion v. Wartenberg anlässlich des Equal Pay Day, des Tages für Entgeltgleichheit, am 25. März.

Gerade in Baden-Württemberg seien die Unterschiede bei der Bezahlung von Frauen und Männern besonders groß: "Die Entgeltlücke im Bund beträgt 23 Prozent, im Land sogar 29%. Im EU-Vergleich liegt Baden-Wurttemberg damit auf dem vorletzten Platz. Nur 22% aller Führungskräfte sind weiblich, in der Landesverwaltung sind es magere 13%. Ministerpräsident Mappus verfestigt diese Ungleichheit, wenn er bei der Benennung von Aufsichträten nur Männer berücksichtigt", kritisiert die DGB-Vize. Sie fordert ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft und die Quote für Frauen in Führungspositionen.

Auch die Tatsache, dass prekäre Beschäftigung eine Frauendomäne sei, trage zur Entgeltungleichheit bei. "Was wir brauchen, sind sozialversicherungspflichtige Arbeitsverträge und gesetzliche Mindestlöhne". meint Bärbel Mauch, Landesfrauensekretärin des DGB Baden-Württemberg. "Die Minijobs gehören abgeschafft."

Die Ursachen für den Entgeltunterschied seien vielfältig. Teilzeitarbeit und familienbedingte Erwerbsunterbrechungen bewirkten eine niedrigere Entlohnung. So sei der Stundenlohn von Teilzeitbeschäftigten durchschnittlich ca. 4 Euro niedriger als bei Vollzeit. Das Steuer- und Sozialversicherungsrecht mit dem Ehegattensplitting begünstige die Zuverdienstrolle der Frauen.

Die Lohnlücke spiegle aber auch Diskriminierungen wider.Typische Frauenberufe würden als weniger schwierig eingestuft als die von Männern eher gewählten technischen Berufe. "Frauenberufe müssen aufgewertet werden" so v. Wartenberg. "Die psychosozialen Anforderungen bei der Arbeit mit Menschen, sei es im sozialen, pflegerischen oder erzieherischen Bereich, müssen bei der Entlohnung berücksichtigt werden".

Der Aktionstag "Equal Pay Day" findet jährlich statt und markiert den Entgeltunterschied zwischen den Geschlechtern als den Zeitraum, den Frauen über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssten, um auf den durchschnittlichen Vorjahresverdienst von Männern zu kommen. In Deutschland beträgt dieser Unterschied 23% - und er wird seit Jahren nicht geringer. Europaweit steht Deutschland damit auf einem der hinteren Ränge.

DGB-Pressestelle
Jürgen Klose


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