Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 65 - 01.09.2020
Beginn des Ausbildungsjahres

Die Auszubildenden von heute sind die Fachkräfte von morgen

Zum Start des Ausbildungsjahres am heutigen 1. September appelliert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Baden-Württemberg an die Unternehmen, alles dafür zu tun, dass möglichst viele junge Menschen einen passenden Ausbildungsplatz finden.

„Ausbildung zahlt sich aus. Denn die Auszubildenden von heute sind die Fachkräfte von morgen. Dies gelingt nur, wenn die Qualität der Ausbildung weiterhin hoch ist. Dort, wo es Mängel gibt, müssen diese beseitigt werden“, sagte der DGB-Landesvorsitzende Martin Kunzmann. „Eine Schmalspurausbildung darf es nicht geben.“

Lediglich noch etwa jeder fünfte Betrieb bilde überhaupt aus. Schon vor der Corona-Pandemie seien die Arbeitgeber ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nur bedingt nachgekommen. Diese habe die angespannte Situation auf dem Ausbildungsmarkt noch verstärkt, wenn auch nicht ganz so schlimm wie befürchtet. Es wurden 74.397 betriebliche Ausbildungsstellen bei der Agentur gemeldet. Das sind 6,8 Prozent weniger Ausbildungsstellen als im Vorjahr. Die Anzahl der Bewerber*innen bei der Agentur, die in Ausbildung eingemündet sind, ist sogar um fast 14 Prozent gesunken.

Kunzmann weiter: „Der Staat hat den Betrieben umfassend unter die Arme gegriffen. Bund und Land sind auf vielfältige Weise aktiv geworden, um den Betrieben die Fortführung von Ausbildung zu ermöglichen. Deshalb erwarten wir, dass die Betriebe nun auch den jungen Menschen die Chance geben, erfolgreich ins Berufsleben zu starten.“ So habe die Bundesregierung die ausbildungsbegleitenden Hilfen ausgebaut. Das begrüßt der DGB. „Gerade jetzt dürfen schwächere Schulabgänger*innen nicht durch den Rost fallen“, forderte Kunzmann. Das Land fördere mit „Azubi im Verbund“ die Möglichkeit, dass Betriebe in Kurzarbeit mit Hilfe von Partnerbetrieben die Ausbildung fortführen könnten. Zudem erhielten Betriebe eine Prämie, wenn sie Auszubildende aus insolventen Betrieben übernähmen.

Der heute veröffentlichten Statistik der Bundesagentur für Arbeit zufolge hatten Ende August immer noch 12.577 Bewerber*innen im Südwesten keinen Ausbildungsplatz. 22.730 Stellen waren unbesetzt. Diese Zahlen spiegeln jedoch nicht dem gesamten Ausbildungsmarkt. Viele Bewerber*innen melden sich gar nicht bei der Agentur.

„Zudem gibt es erhebliche Passungsprobleme. Auch für Schulabgänger*innen gilt das Grundrecht auf Freiheit der Berufswahl. Wenn sie schon mit einer Notlösung ins Berufsleben starten, sind das keine guten Voraussetzungen. Daher gilt es jungen Menschen auch in der Coronazeit gut bei der Berufswahl zu beraten und ihnen zudem mehr Mobilität zu ermöglichen. Denn viele junge Menschen können keinen Ausbildungsplatz annehmen, der einen Umzug oder lange tägliche Pendelstrecken mit sich bringt. Hierfür bräuchte es mehr Wohnheime für Auszubildende und ein kostenfreies Azubiticket“, sagte der DGB-Landesvorsitzende.  

 

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