Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 31 - 23.06.2010

Wenig Begeisterung für Vergleichsstudie Bildungsstandards

Marion v. Wartenberg: „Diese Studie macht wieder einmal deutlich, dass der Zugang zu Bildung in unserem Bundesland ganz entscheidend von der sozialen Herkunft abhängig ist! "

Wenn nun mit stolz geschwellter Brust das Abschneiden der Schulen im „Ländle“ auf den vordersten Plätzen in der Vergleichsstudie Bildungsstandards gefeiert wird, kann die stellvertretende Landesvorsitzende des DGB Baden-Württemberg in diesen Jubel nicht einstimmen. Das Land Baden-Württemberg hat bisher bei der elementaren sozialstaatlichen Aufgabe, ungleiche Startchancen auszugleichen, versagt. Es weist das höchste soziale Bildungsgefälle in der Bundesrepublik auf. Trotz gleicher Intelligenz und gleichem Lernvermögen sind Arbeiter-Kinder weiterhin im Nachteil, wenn es darum geht auf ein Gymnasium zu kommen. Noch immer spielt der soziale, ökonomische und kulturelle Status der Eltern eine maßgebliche Rolle. Mit diesem sozialstaatlichen Armutszeugnis verbaut das Land seinem eigenen Nachwuchs die Möglichkeit an einer größeren gesellschaftlichen Teilhabe.

Marion v. Wartenberg: „Diese Studie macht wieder einmal deutlich, dass der Zugang zu Bildung in unserem Bundesland ganz entscheidend von der sozialen Herkunft abhängig ist und von einem gerechten Bildungszugang nicht geredet werden kann. Erschreckend ist, dass in Baden-Württemberg der Zusammenhang zwischen Elternhaus und Bildungsaufstieg so eng geknüpft ist wie sonst nirgendwo. Das ist alles andere als ein Ruhmesblatt für die Landesregierung und seine Kultusministerin."

Die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende ist deshalb auch wenig erstaunt, dass nach wie vor die Mehrheit der Kinder aus Akademikerfamilien - im Gegensatz zu Kindern aus einfachen Arbeiter- und Angestelltenfamilien - eine Gymnasialempfehlung erhalten. Für den DGB ist nicht entscheidend, ob Kinder einen Migrationshintergrund haben, sondern entscheidend ist, ob alle Kinder gefördert werden, so dass sie ihre Fähigkeiten und Begabungen vom Einkommen ihrer Eltern unabhängig entwickeln können.

Die DGB-Landesvize v. Wartenberg lehnt ein „Schwarze Peter Spiel“ ab, das die Verantwortung an die Eltern verschiebt. "Alle am Bildungsprozess Beteiligten müssen ihr Handeln daran messen, wie sie die nachfolgende Generation befähigen für den Eintritt in die Wissensgesellschaft! Länger gemeinsam Lernen muss das Ziel einer nach vorn gerichteten Schulpolitik sein, so wie es unsere Nachbarländer erfolgreich praktizieren.“

DGB-Pressestelle
Dimitrios Galagas


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