Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 25 - 04.04.2020

Schutz der Beschäftigten muss oberste Priorität haben

DGB und ver.di appellieren an das Wirtschaftsministerium, den Gesundheitsschutz durchzusetzen

Beschäftigte im Einzelhandel sind im Vergleich zu Beschäftigten im Homeoffice besonderen Gefahren ausgesetzt, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren: auf dem Weg zur Arbeit und nach Hause und besonders stark am Arbeitsplatz.

Nach Auffassung des DGB-Landesvorsitzenden Martin Kunzmann müssen die kommunalen Verkehrsbetriebe ausreichende Beförderungskapazitäten anbieten, damit Pendler*innen Abstand halten können. Kunzmann begrüßte das Machtwort von Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) gegenüber den kommunalen Verkehrsbetrieben, in der Landeshauptstadt die Angebotseinschränkungen im Nahverkehr wieder zurückzunehmen, um die Pendler*innen zu schützen.

Der für den Handel zuständige ver.di Landesfachbereichsleiter Bernhard Franke lobte das Engagement vieler Geschäfte, den Gesundheitsschutz der Beschäftigten beispielsweise mit der Anbringung von Plexiglasscheiben im Kassenbereich oder der Ausgabe von Gesichtsmasken an Beschäftigte und Kund*innen sicherzustellen.

Leider würden sich aber noch nicht alle Geschäfte an den neuen Empfehlungen der Landesregierung für Kassenarbeitsplätze orientieren. Lediglich „sofern verfügbar“ empfiehlt Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut (CDU) darin, „geeignete Trennvorrichtungen, zum Beispiel aus Plexiglas, zwischen Kassenpersonal und Kundschaft“ anzubringen oder „Kassenpersonal für die persönliche Hygiene die Handdesinfektion am Arbeitsplatz und die Desinfektion der häufig berührten Arbeitsgeräte und Einrichtungsgegenstände“ zu ermöglichen.

„Angesichts der besonderen gesundheitlichen Gefahren, denen die Beschäftigten an einem langen Arbeitstag ausgesetzt sind, müssen geeignete Arbeitsschutzmaßnahmen zur Infektionsverhütung im Handel Pflicht sein“, fordern DGB und ver.di. Sie dringen bei Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut darauf, umgehend die Schutzmaßnahmen zu verbessern. Der Einbau von Schutzvorkehrungen in den Geschäften müsse Pflicht werden, stellte Kunzmann klar. Nicht nur im Handel, auch in der Pflege, bei den Zustellern, auf den Baustellen und auch im verarbeitenden Gewerbe müsse jetzt gelten: Gesundheitsschutz first! Das Ansteckungsrisiko auf Arbeit müsse so gering wie möglich gehalten werden.

Franke forderte das Ministerium auf, dafür zu sorgen, dass die nötigen Gefährdungsbeurteilungen im Handel stattfinden. Es müssten unverzüglich geeignete Maßnahmen ergriffen werden, etwa Beschränkung beim Kundeneinlass.
Franke appellierte auch an die Kund*innen, die Beschäftigten und sich gegenseitig so gut wie möglich zu schützen: „Abstand, umsichtiges und rücksichtsvolles Verhalten schützt die eigene Gesundheit und die der Mitmenschen.“

 


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