Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 11 - 16.03.2020
#fairteilen – DGB zum morgigen Equal Pay Day

Entgeltlücke in Baden-Württemberg besonders groß


Bis zum 17. März dieses Jahres mussten Frauen länger arbeiten, um dasselbe Entgelt zu erhalten, das Männer bereits im Jahr 2019 verdient haben. Das sind 77 Tage mehr! „Die Entgeltlücke ist in Deutschland deutlich größer als im europäischen Durchschnitt. Und in Baden-Württemberg innerhalb Deutschlands am höchsten. Wir können alles außer Gleichstellung? Damit lässt sich ganz bestimmt keine Werbung machen“, sagte Gabriele Frenzer-Wolf, die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende.

Nach Berechnungen des statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz nahm der Südwesten mit einer Entgeltlücke von 26,5 Prozent 2017 den unrühmlichen Spitzenplatz im Ländervergleich ein. Dieser Wert dürfte mittlerweile gesunken sein, aber immer noch nennenswert über der Entgeltlücke von 20,4 Prozent liegen, die das statistische Landesamt Baden-Württemberg für 2019 angibt. Diese wird rein auf der Basis von Vollzeitstellen berechnet. Allerdings ist die Teilzeitquote bei Frauen im Land besonders hoch. Sie liegt mit 50,5 Prozent EU-weit fast an der Spitze. Frenzer-Wolf: „Teilzeit bedeutet insgesamt weniger Gehalt und oft auch einen geringeren Stundenlohn. Viele Frauen würden ihre Arbeitszeit gerne erhöhen, können dies aus familiären oder betrieblichen Gründen aber nicht.“

Frauen übernehmen einen Großteil der unbezahlten Haus- und Sorgearbeit – im Schnitt 87 Minuten mehr pro Tag. „Nur wenn Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen umverteilt werden, lässt sich auch die Lohnlücke schließen“, sagte Frenzer-Wolf weiter. Zudem müssten frauenspezifische Berufe aufgewertet werden. „Diese Berufe gehören besser bezahlt. Dazu brauchen wir gute Tarifverträge! Gesetze zur Überprüfung der Gehälter wie das Entgelttransparenzgesetz helfen wenig, wenn zwei Drittel der Frauen davon ausgeschlossen sind. Frauen arbeiten häufig in kleinen und mittleren Unternehmen, in denen diese Regelungen nicht gelten“, kritisierte die DGB-Vize. Auch fragten viele Frauen aus Angst vor Diskriminierung bei ihrem Arbeitgeber gar nicht erst nach. Der DGB fordert, das Gesetz nachzubessern: Der Auskunftsanspruch muss für alle Beschäftigten gelten, die Unternehmen müssen zu zertifizierten Prüfverfahren und Berichten verpflichtet werden. Bei Verstößen müsse es empfindliche Sanktionen geben.

 


Nach oben

Kontakt Pressestelle

E-Mail-Kontakt:
info-bw@dgb.de

Pressesprecherin:
Andrea Gregor
fon   0711-2028-213
mob 0175-2924287
fax   0711-2028-250
andrea.gregor@dgb.de

Andrea Gregor

Andrea Gregor


Assistenz:
Benita Kaupe
fon  0711-2028-215
fax  0711-2028-250
benita.kaupe@dgb.de


Postanschrift:

DGB-Bezirk Baden-Württemberg
Pressestelle
Willi-Bleicher-Str. 20
70174 Stuttgart