Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 35 - 15.10.2014

DGB: Ohne gute Arbeit und neue Bildung keine Industrie 4.0


Der DGB Landesvorsitzende Nikolaus Landgraf begrüßt grundsätzlich die Initiative des Landes, den Standort zu einem führenden Partner auf dem Gebiet von "Industrie 4.0" auszubauen. Landgraf warnt die Landesregierung aber davor, „Industrie 4.0 auf rein technische Fragen und technokratische Konzepte zu verengen“. Neben den verstärkten Ausgaben für technische Innovationen spricht sich der DGB auch für einen deutlichen Ausbau sozialer Innovation im Kontext von "Industrie 4.0" aus.

Viele neue Internetplattformen würden „sehr modern daherkommen“, kritisiert Landgraf. „Oft würden sich hinter den neuen Startups wie der Arbeit als „Crowdworker“ von zu Hause aus aber nur die alten Formen der Scheinselbständigkeit verbergen“. „Es kann nicht sein, dass die Innovation nur darin besteht, mit neuen technischen Lösungen alle Risiken auf die Arbeitnehmer abzuwälzen“, meint Landgraf. „Auch in digitalen Arbeitswelten müssen Tarifverträge, Sozialversicherung und Arbeitsschutz Anwendung finden“, fordert Landgraf. 

„Gute und sichere Arbeit müsse auch in den Arbeitswelten der Zukunft der Markenkern Baden-Württembergs sein“, sagt der DGB-Chef. Der DGB setzt sich deshalb für eine Erweiterung des inhaltlichen Themenbündels der Dialogplattform des Landes ein, um gerade auch die gesellschaftspolitischen Herausforderungen wie neue Zugangsbarrieren in der Bildung angesichts stark anwachsender beruflicher Komplexitätsanforderungen vorausschauend zu gestalten.

Neben der „sozialpolitischen Gestaltung“ besteht nach Meinung des DGB die „zweite Herausforderung in der bildungspolitischen Flankierung des Internet der Dinge“: „Wenn Facharbeiter bald programmieren können müssen, um Produktionsprozesse zu steuern", seien auch Arbeitgeber und Staat in der Verantwortung, ihnen den Zugang zu den neuen Qualifikationen zu ermöglichen.

Die Gewerkschaften bieten der Landesregierung an, sich an der sozial- und bildungspolitischen Gestaltung von Industrie 4.0 aktiv zu beteiligen und die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einzubringen.

Für die Stärkung dieses gesellschaftlichen Dialoges über "Industrie 4.0" schlägt der DGB die Einbeziehung seines gewerkschaftlichen Netzwerkes "Forum Soziale Technikgestaltung" in die Dialogplattform vor.

 

DGB-Pressestelle
i.V. Dimitrios Galagas


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