Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 25 - 01.05.2021
Der Tag der Arbeit in Baden-Württemberg

Gute Arbeit, ein starker Sozialstaat und eine gerechte Lastenverteilung stehen am 1. Mai im Mittelpunkt

 

Die Corona-Krise, die Umbrüche in der Arbeitswelt und der Kampf gegen die Erderwärmung lassen sich nur solidarisch bewältigen. Nur gemeinsam finden wir einen guten Weg in die Zukunft: mit einem starken Sozialstaat, mit humanen Arbeitsbedingungen und einem gerechten Steuersystem. Gerade jetzt in der kritischen Phase der Pandemie sind Rücksichtnahme und Solidarität die Antwort auf Egoismus und Profitgier. Mit diesen Botschaften begehen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter in Baden-Württemberg heute den Tag der Arbeit: mit Abstand auf den Straßen und Plätzen sowie digital im Netz. Das Motto zum diesjährigen Tag der Arbeit lautet „Solidarität ist Zukunft“.

Landesweit finden rund 30 Kundgebungen unter freiem Himmel statt, etwa in Stuttgart, Mannheim, Ulm und Freiburg. Für alle sind Hygienekonzepte erarbeitet worden. Dazu gehören Abstand halten, Masken tragen. Die Hauptkundgebung findet in Reutlingen im Bürgerpark statt – mit maximal 150 Teilnehmenden. Dort spricht der DGB-Landesvorsitzende Martin Kunzmann. Die Veranstaltung wird von 11:00 Uhr an live übertragen: auf YouTube unter https://youtu.be/g5WX8uSGAHQ und auf Facebook unter https://fb.me/e/244Ux4iwC.

Martin Kunzmann: „Solidarität ist das Markenzeichen von uns Gewerkschaften. Niemand bewältigt die Krise allein! Ohne unseren Einsatz hätte es ein längeres und höheres Kurzarbeitergeld, Unterstützung für Auszubildende, Studierende, Soloselbstständige und Eltern so nicht gegeben. Ein starker Sozialstaat ist das Netz, dass Beschäftigte und ihre Familien in der Krise aufgefangen hat. Deshalb kämpfen wir für gute Arbeit, gute Renten und mehr Steuergerechtigkeit! Solidarität brauchen wir nötiger denn je. Wir kämpfen um die Arbeitsplätze. Wir wollen den Wandel in der Arbeitswelt gestalten. Wir setzen uns dafür ein, dass Jugendliche eine Chance bekommen. Wir fordern eine Ausbildungsgarantie für alle jungen Menschen.“

Die Krise habe die Spaltung der Gesellschaft vertieft – materiell wie ideologisch. Kunzmann weiter: „Das Thema Verteilungsgerechtigkeit muss wieder oben auf die Agenda! Wir sagen Ja zur Stützung der Wirtschaft. Aber wer insgesamt fast 100 Milliarden Euro an Hilfen bekommen hat, muss auch seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden. Verlagerungen in Billig-Lohnländer, Wegducken beim Thema Ausbildung, Verweigerung von Tests und Schutzausrüstungen für die Beschäftigten sowie der Ruf nach längeren Arbeitszeiten gehören ganz sicher nicht dazu!“

An die Adresse von Bundes- und Landespolitik gerichtet sagte der DGB-Vorsitzende: „Die Pandemie hat das Denkmal der schwarzen Null ins Wanken gebracht. Es wäre absolut falsch, es jetzt wieder aufzurichten. Einer Krise kann man nicht hinterhersparen. Es braucht einen Investitionsschub in Gesundheit, in Bildung, in nachhaltige Mobilität und sozialen Wohnungsbau – kurzum: in ein gutes Leben für alle!“

Von der neuen Landesregierung erwartet der DGB, dass sie bei öffentlichen Investitionen, der Sicherung von Arbeitsplätzen und dem Umbau in eine klimafreundliche Wirtschaft starke Akzente setzt. „Ein Windrad im Staatswald sichert keine Arbeitsplätze. Klimapolitik muss auch sozial gerecht sein. Wir brauchen auch grüne – und gute - Arbeitsplätze“, so Kunzmann.

Zum Konzept für den zweiten 1. Mai unter Pandemiebedingungen sagte Kunzmann:

„Wir befinden uns in einer kritischen Phase der Pandemie. Deshalb haben wir uns bei der Mobilisierung bewusst zurückgehalten. Uns ist es aber wichtig, die Plätze nicht anderen Gruppen zu überlassen. Denn der 1. Mai ist unser Tag.“ Wer nicht zu den Kundgebungen kommen könne oder wolle, sei herzlich eingeladen, eines der digitalen Angebote wahrzunehmen. „Wir leugnen die gesundheitlichen Gefahren der Pandemie nicht wie das die Querdenker tun. Wir wollen keine Gesellschaft, in der das Recht des Stärkeren regiert“, betonte der DGB-Landesvorsitzende.

 

Die Rede von Martin Kunzmann finden Sie hier.

 

Hintergrund:

In den acht DGB-Gewerkschaften in Baden-Württemberg sind rund 803.000 Frauen und Männer organisiert.


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