Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 50 - 03.06.2020
Zumeldung zum Arbeitsmarkt im Mai

Beschäftigung sichern - Weiterbildung fördern

 

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Baden-Württemberg im Mai um knapp 79.000 auf 270.286 Personen gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Dies entspricht einer Steigerung von 41 Prozent. Gleichzeitig haben die Arbeitgeber in Baden-Württemberg in den vergangenen zwölf Wochen für mehr als 1,9 Millionen Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Unter den neu hinzugekommenen Arbeitslosen sind auch mehr als 22.000 neue Grundsicherungsempfänger*innen (Arbeitslosengeld II). Es ist zu vermuten, dass ihre letzten Gehälter und daraus folgend ihre Ansprüche auf Arbeitslosengeld I so niedrig waren, dass sie nach dem Verlust ihrer Arbeitsplätze im Frühjahr trotz Anspruchs auf das reguläre Arbeitslosengeld I sofort auch in die Grundsicherung gerutscht sind.

Unter allen Branchen trifft die Rezession in Baden-Württemberg am stärksten – neben den Kulturschaffenden - die Industrie. Dort ist die Arbeitslosigkeit bis Ende Mai um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Zum Vergleich: In der Landwirtschaft war der Anstieg im selben Zeitraum mit 26 Prozent nur halb so stark. Auch die Zahl der offenen Stellen sank in der Industrie parallel um 46 Prozent. Wer in der Industrie seinen Arbeitsplatz verliert, hat es deswegen derzeit sehr schwer, dort eine neue Stelle zu finden.

Martin Kunzmann, Vorsitzender des DGB Baden-Württemberg: „Ich appelliere an die Arbeitgeber, alles dafür zu tun, damit aus Kurzarbeit nicht Arbeitslosigkeit wird. Jetzt muss es darum gehen, Beschäftigung zu sichern. Dazu gehört, Weiterbildung und Qualifizierung für die sozial-ökologische Transformation der Wirtschaft voranzutreiben. Arbeitgeber und die Landesregierung müssen jetzt investieren, damit die Beschäftigten von heute auch die Beschäftigten von morgen sein werden. Die Corona-Pandemie hat die Weiterbildungsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Jetzt müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen, um breit gefächerte Angebote zu machen: für den Ingenieur genauso wie für die Bürokauffrau und den angelernten Bandarbeiter.“

 

 


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