Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 74 - 29.11.2016
Tagung mit Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis

Wir brauchen mehr Schutz vor Gewalt im öffentlichen Dienst

Der DGB will für das Thema Gewalt gegen Beschäftigte des öffentlichen Sektors sensibilisieren. Sie betrifft Beamtinnen und Beamte bei der Polizei und im Justizvollzug genauso wie die Beschäftigten der Arbeitsagenturen und Jobcenter, Busfahrer, Lehrerinnen und das Personal in den Kliniken.

Es bedürfe mehr Engagement und mehr Sensibilität von den Arbeitgebern im öffentlichen Sektor beim Umgang mit Gewalt, sagte die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende Gabriele Frenzer-Wolf, die die heutige Tagung des DGB Baden-Württemberg und des DGB-Bildungswerkes Baden-Württemberg zu diesem Thema eröffnete. Frenzer-Wolf: „Es gibt bereits heute viele gute Ansätze, sowohl in der Prävention als auch in der Nachsorge. Doch das Problem wird von den Arbeitgebern – und auch dem Land als Dienstherr – noch nicht in seiner ganzen Dimension wahrgenommen und angegangen. Gewalt darf niemals hingenommen werden. Dies gilt für alle Beschäftigten, ganz gleich in welchem Beruf und an welchem Arbeitsplatz sie tätig sind.“

Die DGB-Landesvize nutzte die Gelegenheit, von der Landesregierung die Finanzierung des Tübinger Instituts für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Versorgungsforschung zu fordern. Derzeit trägt der Arbeitgeberverband Südwestmetall einen nennenswerten Teil der Kosten für das Institut. „Das Land sollte die hervorragende Forschungsarbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterstützen und den Verdacht ausräumen, dass dort arbeitgebernahe Auftragsforschung geleistet wird“, sagte Frenzer-Wolf.

Auf der Tagung werden Impulse aus der Forschung und gute Beispiele aus der Praxis diskutiert. Prof. Knut Latscha von der Hochschule der Polizei Baden-Württemberg berichtet, welche psychischen Belastungen durch Gewalterfahrungen entstehen können und wie die Betroffenen damit umgehen. Alexandra Theiler stellt gute Beispiele aus der Präventionsarbeit der Unfallkasse Baden-Württemberg vor, die leider noch in viel zu wenigen Behörden und Arbeitsstellen angewandt werden. Ein erfolgreiches Nachsorgeprojekt bei der Berufsfeuerwehr wird von Walter Zaiss von der Branddirektion Stuttgart präsentiert. Das Nachsorgeteam betreut ehrenamtlich Einsatzkräfte, die nach belastenden Situationen Gesprächs- oder Ansprechpartner suchen.

Diese Impulse werden ergänzt, durch Erfahrungsberichte von Betriebs- und Personalräten aus verschiedenen Bereichen des öffentlichen Sektors. Es zeigt sich, dass sich die einzelnen Arbeitgeber auf ganz unterschiedlichem Niveau mit dem Thema befassen. Der DGB wird in den kommenden Monaten in Veranstaltungen gemeinsam mit den betrieblichen Fachleuten Vorschläge und Forderungen für konkrete betriebliche und gesetzliche Maßnahmen erarbeiten. „Wir arbeiten daran, dass das Thema Gewalt gegen Beschäftigte stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rückt. Nur so wird es tragfähige Lösungen geben, die den Beschäftigten helfen und die öffentliche Daseinsvorsorge im Sinne der Bürgerinnen und Bürger stärken“, kündigte Frenzer-Wolf an.


Link zu den Vorträgen der Referenten

 


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