Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 50 - 19.08.2010
DGB zur heutigen Pressekonferenz des Statistischen Landesamts:

Nikolaus Landgraf: Rente mit 67 "Scheindebatte"

Steigende Zahl älterer Beschäftigter erfordert mehr Prävention und betriebliches Gesundheitsmanagement statt Rente mit 67

Minijobs und Teilzeit sind keine Lösung für den Arbeitsmarkt der Zukunft

Pflegeaufgaben zunehmendes Problem für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Die steigende Zahl älterer Beschäftigter über 50 Jahren ist nach Auffassung des DGB eine „Herausforderung für die betriebliche Personalpolitik“. Dass nach den heute vorgestellten Zahlen des Statistischen Landesamts jeder vierte Arbeitnehmer im Land mindestens 50 Jahre alt ist, sei nur die eine Seite der Medaille. Zur Realität gehöre ebenso, dass viele Ältere lange vor Erreichen des gesetzlichen Rentenalters ausscheiden müssten. DGB-Landeschef Nikolaus Landgraf forderte deshalb: „Prävention und betriebliches Gesundheitsmanagement sind eine zentrale Zukunftsaufgabe in einer älter werdenden Arbeitswelt. Statt der Rente mit 67 brauchen wir gesunderhaltende Arbeitsbedingungen. Den Rentenkassen nützt es eher, wenn mehr Menschen als heute das tatsächliche Rentenalter von 65 auch wirklich erreichen.“ Die Diskussion um die Rente mit 67 bezeichnete Landgraf als „Scheindebatte“.

Der DGB-Landesvorsitzende sprach sich auch für eine „Neuordnung des Arbeitsmarktes“ aus: „Minijobs und die hohe Teilzeitquote von Frauen sind keine Perspektive in einer Gesellschaft, die immer mehr qualifizierte Fachkräfte benötigt. Sie verhindern auch eine eigenständige soziale Sicherung von Frauen. Deshalb muss alles getan werden, um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen, damit Frauen, die dies wünschen, länger arbeiten können.“

Nikolaus Landgraf wies weiter daraufhin, dass das Thema Pflege bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer wichtiger werde. „Viele Menschen betreuen zu Hause noch pflegebedürftige Angehörige. Wir brauchen deshalb neben einer längerfristigen Familienpflegezeit die Möglichkeit kurzfristiger und kurzzeitiger bezahlter Ausstiege, um Pflegebedarfe zu organisieren.“ Die ausgefallenen Arbeitstage könnten analog zum Kinderkrankengeld finanziert werden.

DGB-Pressestelle
Jürgen Klose


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