Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 37 - 10.07.2021
DGB-Bezirksfrauenkonferenz unter dem Motto „Wandel ist weiblich“

Mehr Gleichstellung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Frauen jetzt angehen!

Auf der heutigen 22. ordentlichen Bezirksfrauenkonferenz des DGB Baden-Württemberg legen 50 Delegierte der acht DGB-Mitgliedsgewerkschaften ihre politischen Ziele und Anforderungen für die kommenden vier Jahre fest. Die Konferenz, die heute mit etwa 60 Teilnehmenden im Willi-Bleicher-Haus in Stuttgart stattfindet, steht unter dem Motto „Wandel ist weiblich.“ Sie wird auch digital übertragen. 

Die zentralen Themen waren die Pandemiefolgen, die für Frauen weit gravierender waren als für Männer, sowie eine geschlechtergerechte Gestaltung der Arbeitswelt.
„Die Corona-Pandemie hat die Geschlechterungerechtigkeit weiter verschärft. Frauen haben den Großteil der Lasten während der Pandemie getragen. Sei es, weil sie als Erzieherin oder Verkäuferin nicht von zuhause aus arbeiten konnte. Sei es, weil sie die Folgen der Kita- und Schulschließungen bewältigen mussten. Es darf keinen dauerhaften Rückfall in alte Rollenmuster geben. Bei der Aufarbeitung der Krise muss die Geschlechterungerechtigkeit zwingend thematisiert werden. Erwerbstätigen Eltern muss die Vereinbarkeit von Familie und Beruf deutlich erleichtert werden. Dafür braucht es bezahlbare und qualitativ hochwertige Betreuungsangebote, die Abschaffung des Ehegattensplittings und ganz wesentlich mehr Tarifbindung und passende Weiterbildungsangebote für Frauen“, sagte Sarah Schlösser, die Bezirksfrauensekretärin des DGB Baden-Württemberg.

Gute Tarifverträge seien das beste Instrument, um die Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern zu schließen. Mit 23 Prozent sei der sogenannte Gender-Pay-Gap in Baden-Württemberg fünf Prozentpunkte höher als im Bundesschnitt, kritisierte der Landesvorsitzende Martin Kunzmann in seinem Grußwort. „Der Worte sind genug gewechselt: Wir erwarten jetzt von der Landesregierung, dass sie die Aufwertung der typischen Frauenberufe ernsthaft angeht. Es reicht nicht, nur wohlklingende Ankündigungen in den Koalitionsvertrag zu schreiben“, so Kunzmann weiter.

Erika Bock, die Vorsitzende des DGB-Bezirksfrauenausschusses ergänzte: „Grün-Schwarz kündigt an, eine ressortübergreifende Gleichstellungsstrategie entwickeln zu wollen. Das begrüßen wir, zumal Baden-Württemberg – anders als der Bund – hier bisher mit Untätigkeit geglänzt hat. Wir werden die Entwicklung dieser Strategie eng begleiten. Ein besonderes Augenmerk muss hierbei auf die Themen Digitalisierung und Transformation gelegt werden. Der Wandel in der Arbeitswelt muss so gestaltet werden, dass mehr Frauen hochwertige und gut bezahlte Berufe ausüben können. Das fängt mit der schulischen und beruflichen Bildung an und hört bei bezahlbaren und maßgeschneiderten Weiterbildungsmöglichkeiten auf.“

Die DGB-Frauen dringen zudem auf eine zügige Reform des Landtagswahlrechts. Sarah Schlösser: „Die Einführung eines Zwei-Stimmen-Wahlrechtes mit Landesliste bringt uns dem Ziel näher, dass mehr Frauen ins Parlament gewählt werden. Denn Frauen sollten überall dort angemessen vertreten sein, wo wichtige Entscheidungen gefällt werden.“ Aktuell beträgt der Anteil weiblicher Abgeordneter im baden-württembergischen Landtag nicht einmal 30 Prozent.

Ansprechpartnerin:
Sarah Schlösser, Bezirksfrauensekretärin DGB Baden-Württemberg (mobil 0151 14260306 oder sarah.schloesser@dgb.de)

 


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