Deutscher Gewerkschaftsbund

06.05.2019

DGB-Gewerkschaften tauschen sich mit Beamtenbund aus

Organisationen sehen Handlungsbedarf für die Landesregierung bei den Themen Gewalt im öffentlichen Raum und Arbeitszeit der Beamtenschaft


Am 2. Mai haben sich der BBW Beamtenbund Tarifunion und der DGB Baden-Württemberg mit Delegationen ihrer Mitgliedsverbände bzw. Mitgliedsgewerkschaften im Stuttgarter Willi-Bleicher-Haus zu einem Gedankenaustausch getroffen. Mit Blick auf die anstehenden Europawahlen unterstreichen alle Beteiligten den Wert der Europäischen Union. Sie halten es für dringend geboten, den rechtspopulistischen Tendenzen in Europa entschieden entgegenzutreten.

Breiten Raum nahm das Thema Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst ein. Dieses dürfe nicht nur auf tätliche Angriffe verengt werden. Auch Bedrohungen und aggressives Verhalten gegenüber Beschäftigten nähmen in einem erschreckenden Maße zu.  Hier sehen beide Organisationen weiteren Handlungsbedarf, sowohl bei den Beamtinnen und Beamten als auch bei den Tarifbeschäftigten. Sie vermissen ein klares Konzept der Landesregierung, wie Beschäftigte vor Gewalt wirkungsvoll geschützt werden können und wie die Opfer von Gewalt besser von ihren jeweiligen Dienstherren unterstützt werden können. Verabredet wurden hierzu vertiefende Gespräche.

Die Reduzierung der Wochenarbeitszeit für die Beamtinnen und Beamte im Land ist für beide Organisationen ebenfalls ein wichtiges Ziel. Diese soll auf das Niveau der Tarifbeschäftigten von 39,5 Wochenstunden gesenkt werden. Mit 41 Wochenstunden, die die  Beamt*innen in Baden-Württemberg ihre gesamte Berufslaufbahn hindurch ableisten müssen, steht das Land an der Spitze aller Bundesländer. Das ist nicht nur eine Hypothek für die Attraktivität der Beamtenlaufbahn. Überlange Arbeitszeiten verringern auch die Aussichten für gesundes Arbeiten bis zur Altersgrenze. In den anderen Bundesländern wurde die Arbeitszeit mittlerweile auf unterschiedliche Weise reduziert. Dabei wurden beispielsweise auch Lebenszeitarbeitskonten eingeführt.

 

Treffen DGB-Gewerkschaften und BBW Beamtenbund

Von links nach rechts: Dr. Dorota Kempter (IG BAU), Markus Kling (ver.di), Doro Moritz (Vorsitzende GEW BW), Martin Kunzmann (Vorsitzender DGB BW), Kai Rosenberger (Landesvorsitzender BBW Beamtenbund Tarifunion), Margarete Schaefer (stellv. Landesvorsitzende BBW Beamtenbund), Hans-Jürgen Kirstein (Landesvorsitzender GdP), Gabriele Frenzer-Wolf (stellv. Vorsitzende DGB BW), Joachim Lautensack (stellv. Landesvorsitzender BBW Beamtenbund), Alexander Schmid (stellv. Landesvorsitzender BBW Beamtenbund), Jörg Feuerbach (stellv. Landesvorsitzender BBW Beamtenbund), Michaele Gebele (stellv. Landesvorsitzende BBW Beamtenbund), Gerhard Brand (stellv. Landesvorsitzender BBW Beamtenbund), Susanne Hauth (Geschäftsführerin BBW Beamtenbund) DGB/A. Gregor


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