Deutscher Gewerkschaftsbund

23.09.2014

DGB Ortenau: Aktion in Offenburg - Im Gespräch mit den Bürgern

Bodenzeitung

DGB/Jan Wieczorek

Bei einer Aktion am vergangegnen Freitag in der Offenburger Innestadt kam der DGB mit den Bürgern ins Gespräch. Viele Menschen machten klar: "Bildung und Bildungszeit ist uns wichtig!" Mit seiner Kamapagne unter dem Motto „Gib mir Fünf“ fordert der DGB Baden-Württemberg eine gesetzlich geregelte Freistellung für eine Bildungszeit von 5 Tagen pro Jahr.

„Baden-Württemberg ist neben Bayern, Sachsen und Thüringen das einzige Bundesland, in dem es ein solches Gesetz noch nicht gibt. Deshalb begrüßt es der DGB, dass die Landesregierung ihr Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag nun auch umsetzen wolle“, so Jan Wieczorek (DGB, Gewerkschaftssekretär). Und weiter: „ Die in der EU und damit auch für Baden-Württemberg gesetzten Ziele zur Weiterbildungsbeteiligung können nur mit einem Gesetz zur Bildungszeit erreicht werden, zu dessen Einführung sich die Bundesrepublik Deutschland bereits 1974 durch die Unterzeichnung einer internationalen, verbindlichen Vereinbarung verpflichtet hatte“. 

Den EU-Indikator zur Weiterbildungsbeteiligung von 12,5 Prozent hat Baden-Württemberg 2011 mit lediglich 8,8 Prozent verfehlt. Damit liegt Baden-Württemberg nicht nur unter dem EU-Durchschnitt, sondern auch deutlich hinter anderen Bundesländern. Das für 2015 gesetzte Ziel von 15 Prozent ist bei weitem nicht in Sichtweite. 

Die Weiterbildung ist nach aktuellen Untersuchungen auch in Baden-Württemberg stark von Herkunft, Migrationshintergrund und sozialem bzw. beruflichem Status abhängig. 22 Prozent der Beschäftigten haben danach trotz erkennbarem Weiterbildungsbedarf nicht an Qualifizierungen teilgenommen, weil sie auf Grund beruflicher oder familiärer Verpflichtungen nicht ausreichend Zeit für Bildung haben oder die Barrieren zu hoch sind.


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