Deutscher Gewerkschaftsbund

07.04.2011
Gute Arbeit

DGB unterzeichnet mit BBW und Landesregierung Initiative zum Gesundheitsmanagement in der Landesverwaltung

Die Landesregierung, der Deutscher Gewerkschaftsbund und der Beamtenbund bündeln in Baden-Württemberg ihre Kräfte, um die Gesundheit der Landesbeschäftigten zu fördern.

Die Landesregierung stellt das Gesundheitsmanagement in der Landesverwaltung, das im Zusammenhang mit der Dienstrechtsreform beschlossen wurde, auf eine breitere Basis und startet dazu mit dem DGB und BBW mit ihren jeweils angeschlossenen Gewerkschaften eine gemeinsame Initiative. Für Maßnahmen der Gesundheitsförderung stellt das Land ab dem Jahr 2011 insgesamt sechs Millionen Euro jährlich zur Verfügung.

Unterzeichnung Vereinbarung Gesundheitsmanagement

vlnr MD Halder-MD Benz-StS Wicker-Stich BBW-Landgraf DGB Staatsministerium


"Gemeinsames Ziel ist es, die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landes zu stärken", erklärten Hubert Wicker, Staatssekretär im Staatsministerium, Thomas Halder, Ministerialdirektor im Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren und Günther Benz, Ministerialdirektor im Innenministerium sowie DGB-Landesvorsitzender Nikolaus Landgraf und BBW-Vorsitzender Volker Stich anlässlich der Unterzeichnung der gemeinsamen Initiative zum Gesundheitsmanagement in der Landesverwaltung am 7. April 2011 im Staatsministerium.
"Wir freuen uns, dass wir bei der Umsetzung des Gesundheitsmanagements auf die Kompetenz, die Erfahrung und die Unterstützung von BBW und DGB setzen können", unterstrich Wicker.

Durch die Vereinbarung sollen die jeweiligen Beschäftigungsbedingungen gestaltet und das Gesundheitsbewusstsein gestärkt werden. Stich und Landgraf betonten: "Ein erfolgreich umgesetztes Gesundheitsmanagement nutzt den Beschäftigten und dem öffentlichen Dienst als Ganzem."

Die Partner der Vereinbarung sehen sich in der Verantwortung, die weiteren Weichen zum Ausbau der Gesundheitsförderung und des Gesundheitsschutzes für die Beschäftigten in der Landesverwaltung zu stellen. "Wir sehen uns dabei im Einklang mit der Gesundheitsstrategie Baden-Württemberg", so Halder. Die Gesundheitsstrategie ziele darauf ab, in allen Lebensphasen und Lebenswelten die Gesundheit der Menschen in Baden-Württemberg zu fördern und damit auch die Wettbewerbsfähigkeit Baden-Württembergs zu sichern.

Die nach den Bevölkerungsvorausrechnungen zu erwartende demografische Entwicklung und ein höheres Ruhestandseintrittsalter werden zu einem spürbaren Anstieg des Durchschnittsalters der Beschäftigten in den Verwaltungen führen, erklärte Ministerialdirektor Benz. "In der Landesverwaltung kommen zusätzlich noch Sondereffekte zum Tragen. Aufgrund der finanziellen Restriktionen und den daraus resultierenden geringeren Einstellungszahlen ist vielfach das Durchschnittsalter der Beschäftigten schon derzeit vergleichsweise hoch. Parallel zu diesen Randbedingungen steigen die Anforderungen an die Beschäftigten: die Aufgaben sind komplexer und die zu berücksichtigenden Aspekte vielfältiger geworden." Die Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit und damit der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Arbeitsplatz gehöre vor diesem Hintergrund zu den vorrangigen Anliegen der Partner der Vereinbarung, unterstrich Staatssekretär Wicker.

Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen sei ein ständiger Prozess, der die Führungskräfte in der Landesverwaltung und in den Schulen fordere, erläuterte Landgraf, und Stich fügte erklärend hinzu: "Probleme sollten mit der nötigen Sensibilität angesprochen und Lösungswege gemeinsam mit den Beschäftigten entwickelt werden."

Ein Kernelement des Gesundheitsmanagements in der Landesverwaltung seien gezielte und konkrete Maßnahmen zur Gesundheitsförderung, erklärte Ministerialdirektor Halder. Daneben stünden weitere Handlungsfelder, beispielsweise Maßnahmen zur Personalentwicklung sowie zur Suchtprävention. Jedes Ressort habe spezifische Bedürfnisse, die sich stark nach den einzelnen Berufsfeldern - wie beispielsweise Polizei, Lehrberufe oder Verwaltungstätigkeiten - unterscheiden können und die einen individuellen Zuschnitt der Maßnahmen erforderten. Halder weiter: "Daher ist es erforderlich, dass in den jeweiligen Ressortbereichen passgenaue Angebote geschaffen werden." Auf Basis der Vereinbarung und unter Berücksichtigung einschlägiger tariflicher Regelungen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz sollen Dienststellen und Personalvertretungen sowie die übrigen Beteiligten die weitere Konkretisierung entsprechend dem Bedarf und den Anforderungen vor Ort übernehmen, unterstrich Benz.


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