Deutscher Gewerkschaftsbund

06.03.2017
Internationaler Frauentag am 8. März 2017

Frauen liegen bei den Renten weit zurück


Bei der Altersversorgung ist die Kluft zwischen Männern und Frauen in Deutschland noch deutlich größer als bei den Löhnen. In Westdeutschland fällt der so genannte Gender Pension Gap zudem fast doppelt so hoch aus wie im Osten. In Zukunft wird der Abstand zwar schrumpfen. Doch das hat nur zum kleineren Teil mit einer besseren Altersversorgung von Frauen zu tun. Vor allem liegt es daran, dass künftig die durchschnittliche gesetzliche Rente von Männern im Vergleich zu heutigen Rentnern geringer sein wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue, von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie.

Der Studie zufolge erhielten westdeutsche Männer im Ruhestand 2014 monatlich im Schnitt 994 Euro, westdeutsche Frauen 576 Euro und damit 42 Prozent weniger aus der gesetzlichen Rentenkasse. In den neuen Bundesländern, wo Männer im Schnitt auf 1.057 Euro kommen, betrug die Differenz 239 Euro oder 23 Prozent.

Verantwortlich für den Rückstand der Frauen sind - so die Studie - in erster Linie Unterschiede beim sozialversicherungspflichtigen Arbeitsentgelt. Im Schnitt verdienen Arbeitnehmerinnen deutlich weniger als Arbeitnehmer – unter anderem, weil sie öfter in schlecht bezahlten Berufen tätig sind, seltener in Führungspositionen gelangen und häufiger in Teilzeit arbeiten. Hinzu kommt, dass Frauen wesentlich häufiger als Männer ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen, um sich um Kinder oder pflegebedürftige Angehörige zu kümmern. Infolgedessen übertrifft der Gender Pension Gap deutlich den Gender Pay Gap, der zuletzt deutschlandweit bei 21 Prozent (West 23 Prozent, Ost 8 Prozent) lag.

Quelle: Böckler Impuls Ausgabe 02/2017

 

Lebenssituation älterer Frauen in Baden-Württemberg: Zahlen – Daten – Fakten

Vergleich der im Jahr 2014 in Baden-Württemberg durchschnittlich an Zugangsrentner gezahlten Altersrenten und Erwerbsminderungsrenten und des durchschnittlichen Grundsicherungsbedarfs inklusive Mietkosten in Deutschland im Jahr 2013, Quellen: Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg 2015, IAQ 2014


Von den 2,2 Mio. Personen ab 65 Jahren sind 56% Frauen; zwei Drittel der 85-89-jährigen sind Frauen, drei Viertel aller 90-jährigen und Älteren sind Frauen.

Nur knapp die Hälfte der Seniorinnen (48%) leben in einer Ehe; 37% dieser Altersgruppe sind verwitwet, bei den Frauen ab 85 sind es 87%.

Die Hälfte der alleinlebenden Frauen hat ein monatliches Nettoeinkommen unter 1300 Euro (Männer 34%).

Ein Fünftel (19,9%) aller Frauen ab 65 galt 2015 als armutsgefährdet, bei den Männern dieser Altersklasse betrug der Anteil 14,5%. Die durchschnittliche Armutsgefährdungsquote in Baden-Württemberg liegt bei 15,3%.

Gründe für die höhere Armutsgefährdung: niedrigere Bildungsabschlüsse, kürzere Erwerbstätigkeit durch familienbedingte Auszeiten, Tätigkeiten in schlechter bezahlten Berufen und Branchen.

Quelle: Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 10/2016 (Stat. Landesamt Baden-Württemberg)

 


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