Deutscher Gewerkschaftsbund

16.08.2012

Betriebsrätebefragung der IG Metall "Gute Arbeit - Gut in Rente"

Altersgerechtes Arbeiten und flexibler Ausstieg - Arbeitgeber in der Pflicht


Die wichtigsten Ergebnisse der Befragung:
  • Für die Beschäftigten und die Betriebsräte im Organisationsbereich der IG Metall sind die Herausforderungen, die sich aus dem Altersstrukturwandel und der Anhebung des Renteneintrittsalters ergeben, ein wichtiges Thema.
  • Die Arbeitgeber entziehen sich in den allermeisten Fällen der Verantwortung für ihre älter werdenden Belegschaften und die Folgen der Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters. Unternehmen nehmen kaum Rücksicht auf die Bedürfnisse älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Nur in wenigen Betrieben werden Maßnahmen zur altersgerechten Arbeitsplatzgestaltung angeboten. Qualifizierungsangebote für ältere Beschäftigte existieren so gut wie gar nicht.
  • Nach Angaben der befragten Betriebsräte sind aktuell 3,8 Prozent der Beschäftigten im Organisationsbereich der IG Metall älter als 60 Jahre. Nach wie vor sind damit unmittelbar vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter nur noch wenige Beschäftigte in den Betrieben. 
  • Es hat gravierende Folgen für die Beschäftigten, dass es kaum Angebote der alters- und alternsgerechten Arbeit gibt: Acht von zehn der befragten Betriebsräte geben an, dass Beschäftigte das gesetzliche Rentenalter von 65 Jahren nicht gesund erreichen.
  • Nur in jedem fünften Betrieb bestehen ausreichende Möglichkeiten, vor Beginn des gesetzlichen Rentenalters aus dem Erwerbsleben auszuscheiden.
  • Viele Beschäftigte fürchten um ihre Alterssicherung. Insbesondere gilt dies für die Beschäftigten, die die Rente mit 67 voll erfasst (ab Jahrgang 1964 und jünger): Nur 15 Prozent gehen nach Angaben der Betriebsräte davon aus, dass ihre Rente ausreichen wird.
  • Ein überwältigender Teil aller Initiativen zum Thema (90 Prozent) geht von den Betriebsräten und den Belegschaften aus. Von den Arbeitgebern werden die Betriebsräte häufig im Stich gelassen. Nicht einmal jedes dritte Unternehmen betreibt eine mittelfristige Personalplanung, die den demografischen Wandel berücksichtigt.

Nach oben

Themenverwandte Beiträge

Pressemeldung
DGB zum Equal Pay Day
In Deutschland verdienen Frauen im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer, arbeiten also bis zum 18. März des Folgejahres unbezahlt. In Baden-Württemberg ist die Entgeltlücke mit 27 Prozent mit Abstand die höchste. So gesehen fällt der Equal Pay Day im Land erst auf den 9. April. Um diese Lohnungerechtigkeit anzuprangern, finden heute bundesweit zahlreiche gewerkschaftliche Aktionen statt, darunter auch in Stuttgart. Zur Pressemeldung
Pressemeldung
Bezirksvorstand des DGB appelliert an Rentenkommission
Bei seiner heutigen Sitzung hat sich der Bezirksvorstand des DGB Baden-Württemberg mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Katja Mast über die aktuelle Rentenpolitik ausgetauscht. Er übermittelte ihr, stellvertretend für die gesamte Rentenkommission, seine Anforderungen an eine verlässliche gesetzliche Rente. Zur Pressemeldung
Artikel
Besuch von drei Mannheimer Industriebetrieben
Wie ist es um die Perspektiven für die Industriearbeitsplätze in Zeiten der Energiewende und des Kohleausstiegs bestellt? Darüber hat sich Martin Kunzmann, der Vorsitzende des DGB Baden-Württemberg, gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Stuttgart und Mannheim bei einem Besuch in drei Mannheimer Industriebetrieben ein Bild gemacht. weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten