Kein Jugendlicher darf auf der Straße stehen – rückläufige Ausbildungsstellen als Alarmsignal

Datum

Dachzeile Stark in Arbeit 03/2026

Der Ausbildungsmarkt in Baden-Württemberg steht vor großen Herausforderungen: Die Zahl der Ausbildungsplätze geht zurück, gleichzeitig finden viele junge Menschen keinen Einstieg ins Berufsleben. Zuletzt waren 27.000 junge Menschen im Südwesten arbeitslos. Es zeigt sich ein wachsender „Mismatch“ zwischen Anforderungen, Erwartungen und regionalen Gegebenheiten. Gleichzeitig steigt die Jugendarbeitslosigkeit, und viele junge Menschen bleiben ohne Berufsabschluss. Unzureichende Berufsorientierung und finanzielle Hürden erschweren den Zugang zur Ausbildung. Wir schauen hin, was gebraucht wird.

Ausbildung stärken – Übergänge sichern
Klar ist: Ausbildung muss gerade jetzt konsequent gestärkt werden. Wer heute nicht ausbildet, verschärft morgen den Fachkräftemangel. Entscheidend sind deshalb: eine nachhaltige Stärkung der Ausbildung in allen Branchen, ein verlässliches Übergangsmanagement von der Schule in den Beruf, eine frühzeitige und praxisnahe Berufsorientierung sowie der flächendeckende Ausbau örtlicher Jugendberufsagenturen in ganz Baden-Württemberg. 

Qualität der Ausbildung unter Veränderungsdruck
Neben der Zahl der Ausbildungsplätze verändert sich auch die Qualität der Ausbildung. Neue Anforderungen – etwa durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz – werden in vielen Betrieben nur langsam umgesetzt. Gleichzeitig bleibt die Ausstattung vieler Berufsschulen hinter den Anforderungen zurück, nicht zuletzt wegen der kommunalen Finanzkrise.

Ausbildung darf keine Frage des Geldes sein
Nicht außer Acht gelassen werden darf die finanzielle Lage der Auszubildenden. Über 60 Prozent der jungen Menschen geben an, von einer Ausbildungsvergütung nicht ausreichend leben zu können. Diese Zahl ist zuletzt weiter gestiegen. Dabei ist doch klar: Wer sich Ausbildung nicht leisten kann, entscheidet sich eher dagegen oder bricht sie ab.

Ausbildung sichern heißt Zukunft sichern
Der Ausbildungsmarkt bleibt ein zentraler Hebel für wirtschaftliche Stabilität und soziale Teilhabe. Entscheidend ist, mehr junge Menschen in Ausbildung zu bringen und die Qualität der Ausbildung zu sichern.

Dafür braucht es aus Sicht des DGB unter anderem:

  • eine Ausbildungsgarantie für alle jungen Menschen
  • bessere Unterstützung beim Übergang von der Schule in den Beruf
  • stärkere betriebliche Ausbildungsbeteiligung  
  • die gezielte Förderung junger Erwachsener ohne Berufsabschluss
  • gezielte Beratungen durch Jugendberufsagenturen

 

 

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