Im Rahmen der Wochen gegen Rassismus findet am Mittwoch, 25. März um 19 Uhr im Gewerkschaftshaus in Stuttgart eine Graphic-Novel Lesung mit Gespräch statt. Adrian Pourviseh schildet darin seine Erfahrungen als Seenotretter auf dem Mittelmeer. Die Veranstaltung findet statt als Begleitveranstaltung der Fotoausstellung „10 Jahre zivile Seenotrettung“, die noch bis zum 24. April in Stuttgart zu sehen sein wird.
Adrian Pourviseh wurde 1995 in Koblenz geboren und arbeitet als freischaffender Comic-Autor. Seit 2019 ging er als Übersetzer und Fotograf auf die Sea-Watch 3 und half als Freiwilliger auf der Insel Lesbos. Seine Erlebnisse auf der Sea-Watch 3 hielt er als illustrierte Tagebucheinträge fest. Sie wurden 2020 im Rahmen der „SW5Y – Fünf Jahre zivile Seenotrettung“ im Frankfurter Weltkulturen Museum ausgestellt. In seinem Graphic Novel Debüt “Das Schimmern der See – Als Seenotretter auf dem Mittelmeer” erzählt Pourviseh von den Erlebnissen auf einer Seenotrettungsmission im Sommer 2021.
Atemlos und beklemmend sind die Schilderungen der Rettungseinsätze der Sea Watch 3-Crew vor der Küste von Sizilien, die der deutsch-iranische Comiczeichner Adrian Pourviseh als Beobachter und Seenotretter 2021 begleitet hat. Die unmenschliche Anspannung vor und bei den Einsätzen, die Bedrohung durch die sogenannte libysche Küstenwache, die im Auftrag Europas Geflüchtete aus internationalen Gewässern verschleppt, und die hochprofessionelle Durchführung der Rettungsaktionen, bei denen wenige Augenblicke zwischen Leben und Tod von Menschen entscheiden können – Adrian Pourvisehs Graphic Novel “Das Schimmern der See” ist ein gezeichneter Augenzeugenbericht über den schrecklichen Alltag an den Außengrenzen Europas und ein lautstarker Aufruf zu mehr Menschlichkeit.
„Alle Reden über Migration und Integration“, so Liane Papaioannou, Vorsitzende des DGB-Stadtverbands Stuttgart und 1. Bevollmächtigte der IG Metall Stuttgart: „Wir als Gewerkschaften dagegen reden mit Migrant: innen und organisieren sie, genau wie alle anderen Menschen in diesem Land. Wir geben damit allen Beschäftigten, egal woher Sie kommen Hoffnung, Zusammenhalt und eine gemeinsame Stimme. Wir reden nicht über Integration, sondern machen Sie einfach. Und dazu gehört auch, sich mit der Flucht und dem Lebensweg der Menschen zu beschäftigten“.
Die Veranstaltung findet statt im Rahmen der Aktionswochen gegen Rassismus und ist Teil des Begleitprogramms zur Fotoausstellung "10 Jahre Seenotrettung", die vom 2. März bis 24. April im Willi-Bleicher-Haus zu sehen ist. Die Ausstellung wird gezeigt vom DGB Region Stuttgart, ver.di, IG Metall Stuttgart, Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg, Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg und der Seebrücke Stuttgart.