- Appell an Landespolitik – „Rauft Euch zusammen“
- DGB Baden-Württemberg stellt sich gegen Entlassungen und Sozialkürzungen in den Kommunen
Auf der 23. Ordentlichen Bezirkskonferenz des DGB Baden-Württemberg wurden Kai Burmeister und Maren Diebel-Ebers als Bezirksvorsitzender und als stellvertretende Bezirksvorsitzende im Amt bestätigt. Kai Burmeister erhielt 97 Prozent der Delegiertenstimmen und Maren Diebel-Ebers wurde mit 98 Prozent wiedergewählt. Der 49-jährige und die 44-jährige gehen damit in ihre zweite Amtszeit. Beide dankten den Delegierten aus den acht Gewerkschaften für das erneute Vertrauen.
Rund 100 Delegierte sowie zahlreiche Gäste kamen am Samstag, 31. Januar 2026, unter dem Motto „Stärker mit uns“ im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg zusammen. Neben den Wahlen ging es um die inhaltliche Ausrichtung des DGB Baden-Württemberg für die kommenden vier Jahre.
Burmeister und Diebel-Ebers machten in ihren Reden deutlich: Soziale Gerechtigkeit bildet den Fokus für den DGB Baden-Württemberg auf dem Weg ins Jahr 2030 – von sicheren Arbeitsplätzen über gutes Leben vor Ort mit bezahlbarem Wohnen, guter Bildung und Sozialstaat als Grundlage der Demokratie.
„Wir wollen in Baden-Württemberg Industrieland bleiben. Entlassungen zeigen wir die rote Karte. Dafür legen wir uns auch mit den Arbeitgebern an“, betonte Kai Burmeister. „Wir werden um Standorte und jeden Arbeitsplatz kämpfen“, versprach Maren Diebel-Ebers und verwies auf ein dringend notwendiges „Bündnis der Vernunft“ aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften. Von der neuen Landesregierung fordert der DGB einen echten Rettungsschirm für bedrohte Industriearbeitsplätze, von den Unternehmen im Gegenzug klare Zusagen in Sachen Arbeitsplätze, Standorte und Investitionen.
Burmeister und Diebel-Ebers zeigten in ihrer Rede auf, dass soziale Gerechtigkeit alle Lebensbereiche betrifft – Arbeit, Bildung, Wohnen, Gesundheit, Infrastruktur. „Für die Menschen muss es besser werden“, fordert Maren Diebel-Ebers. „Wir erwarten Lösungen für mehr Gleichstellung“, unterstrich Kai Burmeister. Der Teufelskreis aus Personalmangel, starker Arbeitsbelastung und eingeschränkten Kita-Öffnungszeiten müsse endlich durchbrochen werden. Gute Arbeitsbedingungen sowie verlässliche und gebührenfreie Betreuung bilden die Voraussetzung.
Mit politischen Impulsen wandten sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis90/Die Grünen), die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi sowie die baden-württembergische Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) an die Gewerkschaften.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann: „Arbeitsplätze sichern und unseren Wohlstand auf eine neue stabile Grundlage stellen – das war und ist ein Kernanliegen unserer Politik. Dabei entscheidet Innovation darüber, wo künftig entwickelt und produziert wird. Deshalb haben wir mit der Innovations- und Zukunftsagenda in Baden-Württemberg seit 2014 ein Investment von fast 25 Milliarden Euro in Schlüsseltechnologien ausgelöst – immer mit dem Ziel, Wertschöpfung und Arbeitsplätze im Land zu halten. Darüber hinaus werben wir gezielt um Unternehmen und Investoren. Denn wo investiert wird, entstehen neue Jobs. Gleichzeitig gilt aktuell mehr denn je: Wirtschaftliche Stärke und demokratische Stabilität gehören zusammen. Daher brauchen wir in diesen schwierigen Zeiten einen Schulterschluss aller demokratischen Kräfte und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit verlässlichen Partnern weltweit.“
Für die sechs DGB-Regionen Nordbaden, Heilbronn-Franken, Stuttgart, Südostwürttemberg, Neckar-Alb-Obere Donau und Südbaden werden am Nachmittag jeweils die Regionsgeschäftsführer*innen gewählt.
Zudem beraten die Delegierten über Anträge zu Industriepolitik und gutem Leben vor Ort sowie über das Arbeitsprogramm des DGB Baden-Württemberg. Mehr Sichtbarkeit vor Ort und direkte Gespräche mit den Beschäftigten in den Betrieben, an Berufsschulen und Hochschulen sollen dazu beitragen, die Gewerkschaften als Mitmachorganisation zu stärken. Ein Startpunkt dafür ist die Kundgebung “Es reicht!" am 28. Februar auf dem Stuttgarter Schlossplatz. Die Botschaft: Wir brauchen Entscheidungen, die Betriebe und Kommunen stärken, die Arbeitsplätze sichern und Investitionen ermöglichen.
Hintergrund:
In Baden-Württemberg vertritt der DGB die Interessen von rund 750.000 Gewerkschaftsmitgliedern. Die Ordentliche Bezirkskonferenz findet alle vier Jahre statt. Dort wählen 100 Delegierte aus den acht Mitgliedsgewerkschaften den Bezirksvorsitz, die Stellvertretung sowie die Geschäftsführung der sechs DGB-Regionen. Zudem beschließen sie das politische und organisationspolitische Programm des Bezirks.
Hier finden Sie Lebensläufe von Kai Burmeister und Maren Diebel-Ebers sowie Pressefotos.
Wissenswertes rund um die Bezirkskonferenz, die Rede von Kai Burmeister und Maren Diebel-Ebers sowie den Film zum Geschäftsbericht finden Sie hier.