Mehr Chancen für junge Menschen: DGB-Workshop bringt Impulse für Ausbildung und Arbeitsmarkt

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Ordnungsnummer PM 12

Dachzeile Gewerkschaftlich Aktive, Bildungsexpert*innen und gewerkschaftliche Vertreter*innen der Arbeitsagenturen vernetzen sich in Stuttgart

Angesichts steigender Jugendarbeitslosigkeit und rückläufiger Ausbildungsangebote in Baden-Württemberg stehen viele junge Menschen vor schwierigen Startbedingungen ins Berufsleben. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Baden-Württemberg setzt sich deshalb für bessere Chancen in Ausbildung und Arbeit ein. 

Beim heutigen Weiterbildungs- und Vernetzungsworkshop „Gute Arbeit und Berufsausbildung in Baden-Württemberg mitgestalten“ bringt der DGB und das Landesbüro Baden-Württemberg der Friedrich-Ebert-Stiftung gewerkschaftlich Aktive, Bildungsexpert*innen sowie gewerkschaftliche Vertreter*innen der Arbeitsagenturen in Stuttgart zusammen. 

Hintergrund: Jugendarbeitslosigkeit in Baden-Württemberg steigt deutlich 

Die Jugendarbeitslosigkeit in Baden-Württemberg ist deutlich gestiegen. Im Februar 2026 waren über 27.000 Jugendliche unter 25 Jahren ohne Beschäftigung – der höchste Stand für diesen Monat seit dem Jahr 2010. Gleichzeitig meldeten Unternehmen im letzten Jahr weniger Ausbildungsplätze, insbesondere in der Industrie, im Handel und im öffentlichen Dienst. Es besorgt uns, dass die Zahl der Jugendlichen, die trotz Bewerbungen auf einen Ausbildungsplatz leer ausgingen, auf knapp 3.000 angestiegen ist. Zwei Drittel der arbeitslosen Jugendlichen haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. 

Impulse für Ausbildung und Arbeitsmarkt 

Vor diesem Hintergrund bietet der Workshop wertvolle Impulse für Lösungsansätze: Martina Musati, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, stellt die aktuelle Situation von Ausbildung und Beschäftigung im Land dar und widmet sich insbesondere der Frage, wie mehr junge Menschen in Ausbildung, Beschäftigung und Qualifizierung gebracht werden können. 

Frank Neises vom Bundesinstitut für Berufsbildung geht konkret auf Jugendliche an der Schwelle zwischen Schule und Beruf ein und beleuchtet die Gelingensbedingungen von Jugendberufsagenturen. 

Antalia Westkämper von der DGB-Region Bremen-Elbe-Weser stellt den Bremer Ausbildungsunterstützungsfonds vor und erläutert Motive, Ziele und Umsetzung. Im Fokus steht, welche Erfahrungen aus Bremen für Baden-Württemberg übertragbar sind. 

Kai Burmeister, Vorsitzender des DGB Baden-Württemberg, unterstreicht die Bedeutung von guter Ausbildung und fairen Arbeitsbedingungen für junge Menschen in Baden-Württemberg: „Immer mehr Betriebe ziehen sich aus der Ausbildung zurück – dabei brauchen wir dringend Fachkräfte. Alle Jugendlichen, die ausbildungsinteressiert sind, verdienen eine echte Chance auf einen guten Start ins Berufsleben.“ 

Neben der Situation auf dem Ausbildungsmarkt bleibt auch die Lage junger Erwachsener ohne Abschluss kritisch. „Zu viele junge Menschen sind ohne berufsqualifizierenden Abschluss“, mahnt Burmeister. „Für Baden-Württemberg setzen wir auf eine Ausbildungsgarantie und eine zweite Chance für junge Erwachsene ohne Berufsausbildung – beides sollte sich im neuen Koalitionsvertrag wiederfinden. Im Land Berlin ist gerade ein Ausbildungsförderungsfonds beschlossen worden, der ausbildungsbereite Unternehmen unterstützt. Dieses Instrument ist auch für Baden-Württemberg interessant.“ 

Martina Musati, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit: „Betriebe schätzen immer mehr Jugendliche als nicht ausbildungsreif ein; diese kommen jedoch für eine Ausbildung grundsätzlich in Frage. Mehr ausgebildete Fachkräfte werden in den nächsten Jahren aus dem Erwerbsleben ausscheiden als junge nachrücken. Schon allein deshalb ist es eine wirtschaftliche und sozialpolitische Notwendigkeit, in die Ausbildung dieser Jugendlichen zu investieren sowie die Betriebe dabei zu unterstützen. Auch stellt sich die Frage, wie das Übergangssystem aufgrund der aktuellen Herausforderungen weiterentwickelt werden muss.“ 

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