Mobilitätswende im Fokus: Allianz fordert klare Weichenstellung zur Landtagswahl

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Ordnungsnummer PM 02

Dachzeile VCD, ADFC, BUND und DGB im Gespräch mit verkehrspolitischen Sprecher*innen der Landesparteien

Bei der gestrigen Veranstaltung der Mobilitätswende Allianz (MoWA) diskutierten Kandidierende zur Landtagswahl über die Zukunft der Mobilität in Baden-Württemberg. Die zentrale Botschaft der Allianz: Mobilität entscheidet über Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und Lebensqualität – und braucht jetzt klare politische Entscheidungen.

Als zentraler Automobil- und Industriestandort steht Baden-Württemberg vor besonderen Herausforderungen bei der Transformation der Mobilitätswirtschaft. Zugleich ist der Verkehrssektor ein zentraler Hebel für wirksamen Klimaschutz. Vor diesem Hintergrund diskutierte die Mobilitätswende Allianz (MoWA) mit den verkehrspolitischen Sprecherinnen und Sprechern der Landesparteien (Silke Gericke MdL, Bündnis 90/Die Grünen; Thomas Dörflinger MdL, CDU; Katrin Steinhülp-Joos MdL, SPD; Sahra Mirow, Die Linke) über die Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten der Landespolitik.

Petra Schulz vom Landesvorstand des VCD eröffnete die erste Gesprächsrunde mit einem Impuls zur Bedeutung nachhaltiger Mobilität: „Nachhaltige Mobilität schafft saubere Luft, weniger Lärm, sichere Wege und lebenswerte Orte. Dafür braucht es unter anderem Investitionen in ein leistungsfähiges Bus- und Bahnsystem – das bringt Mobilität für alle und spart gesamtgesellschaftlich sogar noch Kosten ein.“

Dr. Susanne Garreis, Landesvorstand des ADFC, betonte die vielfältigen Wirkungen des Radverkehrs:
„Der Radverkehr ist weit mehr als ein Fortbewegungsmittel: Er ist Klimaschutzinstrument, Gesundheitsfaktor, wirtschaftlicher Impulsgeber, Mittel zur sozialen Teilhabe und zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Investitionen in eine gute Radinfrastruktur zahlen sich vielfach aus.“

Stefan Flaig vom Landesvorstand des BUND forderte eine klare politische Weichenstellung: „Entscheidend ist, dass sich der Modal Split endlich weg vom motorisierten Individualverkehr hin zu mehr Bahn-, Bus-, Rad- und Fußverkehr verschiebt. Dafür muss das Land endlich konsequent den Autoverkehr beschränken, z.B. durch Umwidmung von Parkplätzen zu Radwegen. Mit E-Mobilität allein schaffen wir bei weitem nicht die Mobilitätswende.“

Aus gewerkschaftlicher Perspektive machte Maren Diebel-Ebers, stellvertretende Vorsitzende des DGB Baden-Württemberg, deutlich: „Die Mobilitätswende wird nur mit einem massiven Ausbau von Bus und Bahn gelingen. Wir erwarten von der Landesregierung deutlich höhere und dauerhaft gesicherte Investitionen in den ÖPNV, bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten und verbindliche Qualitätsstandards bei der Vergabe. Nur mit einem attraktiven und verlässlichen Angebot werden wir die Menschen für den Umstieg gewinnen können.“

Romeo Edel, Sprecher der Mobilitätswende Allianz, erinnerte an die notwendige finanzielle Grundlage: „Ohne die bewusste Entscheidung, deutlich mehr Geld in die Mobilitätswende zu investieren, wird sie nicht gelingen. Wir fordern deshalb jährlich eine Milliarde Euro zusätzlich für Bus, Bahn sowie den Rad- und Fußverkehr.“

An der Veranstaltung nahmen 100 Personen teil.

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