Prekäre Beschäftigung an Hochschulen: Baden-Württemberg bundesweites Schlusslicht

Datum

Ordnungsnummer PM 06

Dachzeile Studie zu Arbeitsbedingungen studentischer Beschäftigter

Die bundesweite Studie „Jung, akademisch, (immer noch) prekär“ der Universität Göttingen zu den Arbeitsbedingungen studentischer Beschäftigter zeigt: Baden-Württemberg setzt die vereinbarte Mindestvertragslaufzeit für studentische Hilfskräfte bundesweit am schlechtesten um und ist damit Schlusslicht.

Nur 30,9 Prozent der Verträge haben eine Laufzeit von zwölf Monaten oder mehr. In fast 70 Prozent der Fälle wird die Mindestlaufzeit unterschritten. Besonders problematisch ist der hohe Anteil extrem kurzer Verträge: 32 Prozent der Verträge laufen kürzer als sechs Monate – ein bundesweiter Negativrekord. Die durchschnittliche Vertragslaufzeit liegt bei nur 7,9 Monaten.

Studierende sind in hohem Maße auf Erwerbsarbeit angewiesen; studentische Beschäftigung an Hochschulen ist damit kein Randphänomen, sondern ein zentraler Bestandteil der Studienfinanzierung. Umso schwerer wiegt die Verantwortung des Landes Baden-Württemberg als öffentlichem Arbeitgeber. Statt mit gutem Beispiel voranzugehen, bleiben die 2023 vereinbarten Mindeststandards weitgehend wirkungslos. Zusätzlich hat das Land die Situation verschärft, indem studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte seit 2024 keine Jahressonderzahlungen mehr erhalten.

Mika Ringleb, Mitglied der Verhandlungskommission TVStud im der laufenden Tarifverhandlung der Länder und aktiv bei TVStud Freiburg, erklärt:

„Studentische Hilfskräfte tragen einen erheblichen Teil von Lehre und Forschung, zugleich bilden sie eine der größten Tariflücken im öffentlichen Dienst. Gute Arbeitsbedingungen sind Voraussetzung für eine verlässliche und qualitativ hochwertige Hochschule. Laut aktuellen Ergebnissen der Studie werden in keinem anderen Bundesland Mindestvertragslaufzeiten so häufig missachtet wie in Baden-Württemberg. Dass die Landesregierung diese Zahlen nicht veröffentlicht, während sie die Problemlage bestreitet, zeigt: Unsere Arbeitsbedingungen müssen tariflich abgesichert werden.“

Dass diese Zustände nicht länger hingenommen werden, zeigte sich am 28. Januar, als tausende studentische Beschäftigte in Baden-Württemberg und bundesweit beim Hochschulaktionstag streikten. Sie forderten verlässliche Vertragslaufzeiten, bessere Bezahlung und eine tarifliche Absicherung. 

Die Studie finden Sie unter: https://publications.goettingen-research-online.de/handle/2/157827

 

Rückfragen:
Lukas Barth
Jugendbildungsreferent Schwerpunktaufgabe Studierendenarbeit
Mobil: 016092811294 

 

 

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