Der Deutsche Gewerkschaftsbund und seine Mitgliedsgewerkschaften starten unter dem Motto "Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente." Aktionen zum Schutz des Sozialstaats und der Beschäftigten. Gemeinsam setzen DGB und die Gewerkschaften ein deutliches Zeichen für einen starken Sozialstaat, sichere Arbeitsplätze, gute Arbeitsbedingungen und den Schutz von Arbeitnehmerrechten. Jetzt starten Gewerkschaften und DGB in den Betrieben und in der Öffentlichkeit mit einer Aufklärungskampagne, die über die geplanten Angriffe der Bundesregierung auf soziale Rechte der Beschäftigten informiert. Unter dem Motto „Hart verdient – Sozialstaat schützen“ beginnt eine Postkarten-Aktion, die die Politik zu sozialen Korrekturen auffordert. Konkret richten die Gewerkschaften ihre Forderungen an die baden-württembergischen Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD. Höhepunkt der Sozialstaats-Aktionen wird ein bundesweiter Aktionstag am 26. September sein. An diesem Tag werden in Baden-Württemberg in Stuttgart und Freiburg Kundgebungen zu "Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente." stattfinden. Kai Burmeister, Landesvorsitzender des DGB Baden-Württemberg: „Mit Sozialabbau ziehen wir den Karren nicht aus dem Dreck. Niemand bezweifelt den Reformbedarf im Land. Mit den angekündigten sozialen Einschnitten bei Rente, Gesundheit und Arbeitnehmerschutz will die Bundesregierung die Beschäftigten bestrafen, ohne tatsächlich Lösungen für mehr Wachstum und sichere Arbeit anzubieten. Wir sind bereit für Reformen, die unser Land gerechter machen und Arbeitsplätze sichern. Einsparungen zu Lasten der Beschäftigten und des Sozialstaats zeigen wir gemeinsam die rote Karte! Her mit Zukunft und Investitionen!" Barbara Resch, Bezirksleiterin der IG Metall Baden-Württemberg: „Die Beschäftigten in den Betrieben stemmen gerade den tiefgreifendsten Umbau der Industrie seit Jahrzehnten. Ausgerechnet ihnen will die Bundesregierung jetzt Sicherheit nehmen, bei Rente, Altersteilzeit, Krankheit und Arbeitsverträgen. Wer die Transformation schaffen will, darf den Menschen nicht den Boden des Sozialstaats unter den Füßen wegziehen. Wir sagen Ja zu Reformen, aber Nein zu einseitigen Kürzungen zulasten der Beschäftigten. Gemeinsam mit dem DGB machen wir deutlich: Nicht die Beschäftigten sind das Problem, sondern eine Politik, die ihnen immer neue Lasten aufbürdet.“ Maike Schollenberger, Landesbezirksleiterin ver.di Baden-Württemberg: „Die soziale Unwucht der Reformvorschläge ist destabilisierend. Die Schonpolitik für die Reichen und die massiven Kürzungen für alle, die nichts oder wenig haben, gehen an das Fundament der sozialen Marktwirtschaft. Hunderte Milliarden Euro mehr für Verteidigung werden jetzt eins zu eins beim Sozialstaat weggenommen: das ist ein Spiel mit dem Feuer." Christian Trompeter, Landesbezirkssekretär NGG Südwest: „Mit den Reformvorschlägen greift die Bundesregierung massiv den Sozialstaat und die Arbeitnehmer*innen Rechte an. Die Krankmeldung ab dem ersten Krankheitstag, stellt die Beschäftigten unter Generalverdacht. Die Ausweitung der sachgrundlosen Befristung auf vier Jahre, schafft Unsicherheit und macht Beschäftigte erpressbar. Die Abschaffung des 8-Stundentags, führt zur hemmungslosen Überlastung für die Beschäftigten und steigert das Gesundheitsrisiko enorm. Unser Sozialstaat und unsere Arbeitnehmer*innenrechte sind kein Luxus. Sie sind ein wichtiger Beitrag zum sozialen Frieden und der sozialen Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft." Yannick Schulze, stellvertretender Landesbezirksleiter IGBCE Baden-Württemberg: „Für wirksame Generationengerechtigkeit in der Transformation brauchen Sozialpartner und Betriebsparteien in der Industrie einen verlässlichen Sozialstaat statt einseitiger Einschnitte. Dazu ist das Blockmodell der Altersteilzeit zu erhalten, das einen würdigen Übergang in die Rente ermöglicht und somit Perspektiven für jüngere Beschäftigte eröffnet. Wer 45 Jahre gearbeitet, Beiträge geleistet und Verantwortung übernommen hat, hat sich die Sicherheit des Sozialstaats und einen abschlagsfreien Renteneintritt verdient – die Beschäftigten dürfen jetzt nicht zur Sanierungsmasse der Sozialkassen erklärt werden." Farina Semler, stellvertretende Landesvorsitzende GEW Baden-Württemberg: „Wenn Leistungen wie der Unterhaltsvorschuss gekürzt werden, trifft das die Kinder. In Baden-Württemberg ist jedes fünfte Kind von Armut bedroht – das sind rund 350.000 Kinder und Jugendliche. Armut bedeutet nicht nur finanzielle Einschränkungen: Arme Kinder können häufig nicht im Verein Sport treiben, kein Instrument lernen und leiden häufiger unter gesundheitlichen Problemen. Hinzu kommen Scham, Ausgrenzung und geringere Zukunftsperspektiven. Armut wirkt sich unmittelbar auf die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen aus: Wer in Armut aufwächst, hat es in Schule, Ausbildung und Studium deutlich schwerer." Fabian Engelbrecht, Landesjugendleitung der EVG Baden-Württemberg: „Gerade für uns junge Menschen ist das Dahinraffen des Sozialstaats ein weiterer Schlag ins Gesicht. Nicht nur will man, dass wir mehr und länger arbeiten, während uns man die Rente zu einem Witz verkümmert, nein, nun geht es auch direkt an unsere Gesundheit. Statt die unersättlichen Reichen endlich an der Finanzierung der Gemeinschaft zu beteiligen, spart man lieber weiter an unserer Zukunft. Wir brauchen diese Gelder endlich für mehr Investitionen in eine zukunftsfähige Infrastruktur. Denn das Arbeiten auf maroden Stellwerken mit Asbest in den Wänden und an kaputten Schienen löst unser Rentenproblem sonst von allein." Neslihan Bayram, stellvertretende Landesvorsitzende GdP Baden-Württemberg „Unsere Kolleginnen und Kollegen bei der Polizei sind jeden Tag da, wenn andere Hilfe brauchen. Nachts, an Wochenenden und Feiertagen, oft unter Personalmangel und wachsendem Druck. Wer ihnen nach 45 Beitragsjahren die abschlagsfreie Rente nimmt, nimmt ihnen nicht nur Geld, sondern nimmt ihnen auch Anerkennung. Was jetzt auf dem Tisch liegt, ist keine Reform mit Augenmaß. Es ist eine Reform auf dem Rücken der Beschäftigten! Finger weg von der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren! Sie ist hart verdient!" Alexander Deh, Bezirksvorsitzender der IG BAU Nordwürttemberg : „Wer mir 16 am Bau beginnt, kann mit 70 diese Arbeit nicht mehr leisten. Jedes Anheben des Rentenalters bedeutet für unsere Kollegen eine Rentenkürzung! Fliesenlegen, Dächer decken, Schächte ausheben, Fenster an Hochhäusern putzen mit 70 undenkbar! Für unsere Kolleginnen und Kollegen ist die Rente nach 45 Beitragsjahren unverzichtbar, damit sie noch etwas von der Rente haben." |