Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 54 - 12.10.2018
Wohnraum-Allianz tagt in Ravensburg

DGB-Jugend präsentiert wohnraumpolitische Forderungen

Fricke: Azubis und Studierende brauchen dringend mehr bezahlbaren Wohnraum

Seit Monaten beschäftigen sich Politik und Öffentlichkeit intensiv mit dem immer größer werdenden Problem des Wohnraummangels in Großstädten und Ballungszentren. „Nur passiert ist seitdem viel zu wenig“, bemängelt Andre Fricke, der Bezirksjugendsekretär der DGB-Jugend Baden-Württemberg. „Im Land fehlen viele tausend bezahlbare Wohnungen. Die Politik benennt dies zwar immer wieder als eines der wichtigsten Probleme, konsequente Schritte geht sie aber nicht.“

Den Mangel an Wohnraum bezifferte zuletzt eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Dabei zeigte sich, dass für Haushalte mit kleinem bis mittlerem Einkommen in allen größeren Städten im Südwesten bezahlbare Wohnungen fehlen. „Allein in Stuttgart fehlen mehr als 42.500 Wohnungen für Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen, in Freiburg sind es mehr als 25.000, in Mannheim gut 21.000 und in Ulm fast 4.500 Einheiten“, erläuterte Fricke.

Unter dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum leiden junge Menschen besonders stark, wie Auszubildende und Studierende, die meist nur über ein geringes Einkommen verfügen. „Auszubildende und Studierende sind durch die hohen Mieten häufig auf familiäre Unterstützung angewiesen oder müssen einen Großteil ihres Einkommens für die Miete aufbringen. Ein kleines WG-Zimmer kostet in Stuttgart oder Heidelberg mittlerweile bis zu 400 Euro im Monat, in manchen Fällen sogar 600 Euro. Bei einem BAföG-Höchstsatz von 735 Euro wird schnell klar, dass sich dies kaum ein junger Mensch leisten kann“, argumentiert der Bezirksjugendsekretär.

Angesichts der dramatischen Situation fordert die DGB-Jugend mutige und konsequente Schritte in der Wohnungspolitik. „Statt darauf zu hoffen, durch Anreize und Appelle die Wohnungswirtschaft zu mehr sozialem Wohnungsbau zu bringen, sollte die öffentliche Hand selbst beim Wohnungsbau aktiv werden. Insbesondere das Land und die betroffenen Kommunen müssen wieder in nennenswertem Umfang selbst bauen und so dauerhaft für günstigen Wohnraum sorgen. Dazu gehören ganz wesentlich ausreichend Wohnmöglichkeiten für Studierende und Auszubildende“, fordert Fricke.

Um ihre Forderungen direkt an die baden-württembergischen Akteure und vor allem an die Wohnungsbauministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) heranzutragen, wird die DGB-Jugend Baden-Württemberg am Montag, den 15. Oktober, von zehn Uhr an eine gut sichtbare Aktion vor dem Schwörsaal in Ravensburg durchführen. Dort tagt an diesem Tag die Wohnraum-Allianz, in der der DGB durch den Regionalleiter der IG BAU in Baden-Württemberg, Andreas Harnack, vertreten ist. Die Aktion eignet sich für einen Fototermin.

 

Ansprechpartner:

Andre Ficke, Bezirksjugendsekretär

(andre.fricke@dgb.de oder mobil 0175 2924275)

 

Studie der Hans-Böckler-Stiftung: https://www.boeckler.de/113665_113670.htm

 

 


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