Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 63 - 14.10.2016

Lohnlücke systematisch angehen!

Frenzer-Wolf: Das Lohngerechtigkeitsgesetz hilft dabei, Ungerechtigkeiten abzubauen


Heute beginnt die Ungerechtigkeit: Wenn man die statistische Lohnlücke zwischen den Geschlechtern zurückrechnet, arbeiten Frauen von jetzt an bis zum Jahresende unentgeltlich. Mit 21 Prozent ist die Entgeltdifferenz zwischen den Geschlechtern in Deutschland eine der höchsten in der Europäischen Union. Und Baden-Württemberg ist mit einem Wert von 25 Prozent das Schlusslicht unter den Bundesländern. Das symbolische Datum des Tages der betrieblichen Entgeltgleichheit ist Anlass, sich systematisch mit der Entgeltlücke zu beschäftigen.

„Das jetzt auf den Weg gebrachte Lohngerechtigkeitsgesetz wird dabei helfen, die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern innerhalb von Betrieben und Dienststellen mit mehr als 200 Beschäftigten sichtbar zu machen. Deshalb ist es gut, dass das Gesetz trotz des starken Gegenwindes aus der Wirtschaft kommt. Klar ist jedoch, dass es längst nicht alle Betriebe erfasst und auch nur einen Teil des Problems lösen kann“, sagte die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende Gabriele Frenzer-Wolf.

Arbeitnehmerinnen in Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten erhalten mit dem geplanten Gesetz einen individuellen Auskunftsanspruch, um ihr Gehalt mit dem ihrer Kolleginnen und Kollegen vergleichen zu können. Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten sollen aufgefordert werden, verbindliche Vorgaben zur Überprüfung der Entgeltstrukturen zu machen. „Das wird nicht ausreichen. Nötig ist, die Arbeitgeber zu einer systematischen Überprüfung des Gehaltsgefüges zu verpflichten“, forderte Frenzer-Wolf.

Frenzer-Wolf weiter: „Wir unterstellen keinem Unternehmen, dass es Frauen bewusst diskriminiert. Fakt ist aber: Bei der Gehaltsfindung gibt es offensichtlich Ungerechtigkeiten. Diese müssen erkannt und beseitigt werden. Dort, wo Gewerkschaften aktiv und Betriebsräte vorhanden sind, ist die Entgeltlücke nachweislich geringer. In nicht tarifgebundenen Unternehmen sieht das aber ganz anders aus. Gerade dort brauchen wir ein Lohngerechtigkeitsgesetz besonders dringend.“

 

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Abteilungsleiterin Frauen- und Gleichstellungspolitik
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