Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 51 - 05.06.2020

Demokratie stärken und schützen

Gewerkschafter*innen stehen vor dem Willi-Bleicher-Haus zusammen und setzen ein Zeichen für eine solidarische, friedliche Gesellschaft

 

Am vergangenen Samstag haben Mitglieder der vom Verfassungsschutz beobachteten rechtsextremen Identitären Bewegung widerrechtlich ein Transparent an der Fassade des Willi-Bleicher-Hauses in Stuttgart angebracht, Bengalos gezündet und rote Farbe versprüht. Mit einer Hassbotschaft haben sie den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und seine acht Mitgliedsgewerkschaften übelst verunglimpft. Mit der Veranstaltung „Demokratie stärken und schützen“ zeigen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter heute, dass das Willi-Bleicher-Haus ein Haus der Solidarität und Demokratie ist.

Martin Kunzmann, Vorsitzender DGB Baden-Württemberg: „Unsere Grundüberzeugungen sind den Rechtsextremen ein Dorn im Auge. Gleiche Rechte für alle Menschen, grenzüberschreitende Solidarität, das Recht auf Asyl – das sind die Werte, die die Identitären bekämpfen. Es sind unsere Werte! Deshalb setzten wir heute gemeinsam ein Zeichen: Wir schützen unsere Demokratie. Wir sind mehr und wir sind sichtbar. Wo auch immer die Feinde der Demokratie auftreten, stellen wir uns ihnen entgegen. Unsere Werte sind Respekt, Vielfalt, Gleichberechtigung. Wir sind bunt, weltoffen, solidarisch. Wir stehen dafür, dass die Würde des Menschen unantastbar ist – unabhängig von seiner Herkunft, Nationalität, Religion und Neigung. Wir stehen für die Unversehrtheit jedes Menschen. Wir verurteilen jede Form von Gewalt.“

In den Vereinigten Staaten werde dieser Tage auf erschreckende Weise deutlich, wie soziale Spaltung, ein tief in der Gesellschaft verwurzelter Rassismus, rechter Terror und ein autokratischer Präsident eine Demokratie erschüttern. Kunzmann weiter: „Wehret den Anfängen! Wir müssen dagegenhalten, wenn Menschen zu Bürger*innen zweiter Klasse degradiert, verfolgt und angegriffen werden. Wer sich unter dem Deckmantel des Patriotismus über andere erhebt, befördert die soziale Spaltung, die am Ende in Gewalt umschlagen kann.“  

Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter IG Metall Baden-Württemberg: „Das Gewerkschaftshaus heißt aus gutem Grund Willi-Bleicher-Haus. Einer meiner bedeutendsten Vorgänger, Willi Bleicher, hat Zeit seines Lebens für eine starke Gewerkschaftsbewegung, für Solidarität und Respekt gekämpft. Im KZ Buchenwald hat er selbst unter den Nazis gelitten – und ist dort ebenso wie später als Bezirksleiter stets für soziale Gerechtigkeit und Menschlichkeit eingetreten. Dafür stehen wir bis heute und dafür stehen wir heute auch gemeinsam hier. Der plumpe Versuch der Faschisten, uns für eine feige Gewalttat mitverantwortlich zu machen, zeigt nur eines: Kein Platz den Hetzern, Nazis und sonstigen Dumpfbacken!“

Martin Gross, Landesbezirksleiter ver.di Baden-Württemberg: „Uns eint eines unverrückbar: demokratisch und gewaltfrei für eine bessere Welt für alle zu kämpfen. Wir laden alle ein, mit uns zu kämpfen: für soziale Gerechtigkeit, gegen Rassismus. Für Solidarität, gegen Nationalismus. Für soziale Teilhabe und Bildungschancen für alle, gegen einen Markt, der dem Profit alles unterordnet und prekäre Lebenssituationen in einem reichen Land schulterzuckend akzeptiert. Für ein Recht auf Wohnen und ein Recht auf Schutz beim Arbeiten in der Corona-Krise. Für eine gerechte Bezahlung, weil Applaus nicht reicht. Dafür kämpfen wir mit Leidenschaft, aber wir schießen nicht, niemals, auf niemanden!“

 

 

 


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